Was ist los mit dem „La Maison du Pain“?

Das La Maison du Pain an der Marktstraße war eine beliebte Bäckerei für französisches Backwerk. Seit kurzem aber ist der Name weg und der Laden hat ein neues, improvisiert wirkendes Firmenschild. Was steckt dahinter?

Was ist los mit dem „La Maison du Pain“?

Das neue Firmenschild aus bedruckter LKW-Plane wurde einfach über das alte gezogen und mit Schnur festgezurrt: Wo bis vor kurzem das La Maison du Pain war, ist jetzt scheinbar das „Bistro“.

Laden bleibt mit neuem Namen

Das Lokal an der Marktstraße wird nicht länger als Franchise der Kette La Maison du Pain betrieben. Seit dem 7. Juni heißt es offiziell Les Deux Messieurs. Innen wurde die Dekoration bereits neu gestaltet, und auch das neue Firmenlogo ist dort bereits zu sehen. „Außen sollen in einigen Wochen neue Schilder folgen“, sagt Carsten Huth, der Inhaber des Ladens.

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Das Angebot und die Karte hätten sich verändert, unter anderem wegen des Ausstiegs aus dem Franchise. Die Auswahl müsse sich wenigstens zu 20 Prozent von dem unterscheiden, was man als Franchisenehmer angeboten habe, das sei gesetzlich so gefordert. Die Änderungen seien aber nicht nur rechtlich begründet: „Wir wissen, dass unsere Sachen teuer sind, aber wir wissen auch, dass unsere Qualität den Preis rechtfertigt“, sagt Huth und verweist darauf, dass bei ihm ausschließlich mit frischem Teig gebacken werde.

Dem Ladenbesitzer zufolge ist dieser Teig auch der Grund, warum sein Laden nicht mehr La Maison du Pain heißt: Die Kette habe die Backwaren von frischem, im Laden gereiftem Teig auf Tiefkühlware umgestellt, sagt Huth. Vorerst nur bei Brötchen und Baguette, später hätte das restliche Sortiment folgen sollen.

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„Unsere Kunden haben sich beschwert oder sind weggeblieben.“ - Carsten Huth, Inhaber des Les Deux Messieurs

Das habe zu heftigen Problemen geführt: „Unsere Kunden haben sich beschwert oder sind weggeblieben. Wir hatten massive Reklamationen und Umsatzeinbußen.“ Vor allem deshalb habe er sich nicht mit den neuen Vorgaben abfinden können. Auf Beschwerden und auch Abmahnungen habe der Franchisegeber nicht reagiert, weshalb ihm am Ende nur die fristlose Kündigung geblieben sei.

„Wir mussten uns von diesem Franchisenehmer fristlos trennen.“ - Bernd Steiner, Geschäftsführer von La Maison du Pain

Die Firmenzentrale vonLa Maison du Pain stellt die Sache anders dar. „Wir mussten uns von diesem Franchisenehmer fristlos trennen, da vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden sind und auch zum Schutz der Marke La Maison du Pain, da unsere Systemvorgaben und Qualitätsansprüche nicht umgesetzt worden sind“, sagt Geschäftsführer Bernd Steiner. Zu einer Äußerung darüber, welche konkreten Gründe es gab, war er nicht bereit.

Kein Einzelfall

Im Frankfurter Westend gibt es seit Kurzem übrigens ein zweites Les Deux Messieurs. Auch dieses Lokal war vorher ein La Maison du Pain. Inhaber Philip Ricken hat ganz ähnliches zu berichten wie Carsten Huth. Auch bei ihm sei vor allem die Umstellung auf Tiefkühl-Backware der Grund für die Vertragskündigung gewesen.

Die Läden in Wiesbaden und Frankfurt sind Partner, die sich Namen, Logo und auch die Karte teilen. Eine Kette sei nicht geplant, ausschließen wollte man aber nichts, so Ricken.

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