Die Landeshauptstadt Wiesbaden erweitert das Angebot der „Stillen Stunde“ auf zwei ihrer Bäder. Wie die Stadt mitteilt, wird es die Aktion ab Mittwoch, 2. September, wöchentlich von 10 bis 12 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Therme geben. Im Freizeitbad Mainzer Straße findet sie ab Sonntag, 6. September, wöchentlich von 8 bis 9 Uhr statt.
Das Angebot richtet sich an Menschen, für die eine laute und reizintensive Umgebung eine große Hürde darstellt. Während der „Stillen Stunde“ werden Geräusche und akustische Reize reduziert, um eine ruhigere Atmosphäre zu schaffen. Dies soll Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen ermöglichen, die Bäder selbstbestimmt zu nutzen.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende begrüßt die Ausweitung. „Mit der ,Stillen Stunde‘ schaffen wir nun auch in unseren Schwimmbädern und Thermen einen Ort, an dem Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen in Ruhe und ohne Reizüberflutung teilhaben können.“ Er freue sich, dass der Bäderbetrieb mattiaqua dieses Zeichen für mehr Inklusion setze. „Sport, Bewegung und Erholung sollen für alle Menschen in Wiesbaden zugänglich sein.“
Weniger Reize für mehr Teilhabe
Um die ruhige Umgebung zu gewährleisten, werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören laut Thomas Baum, Betriebsleiter von mattiaqua, eine reduzierte Ansprache an der Kasse, weniger Geräusche und der Verzicht auf Wasserattraktionen. Auch in den Saunen soll es „stille Aufgüsse“ geben. „Mit der ,Stillen Stunde‘ möchten wir Menschen erreichen, die unsere Angebote bisher aufgrund der Reizintensität bisher nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen konnten“, erklärt Baum.
Daniela Hill vom Expertenrat der Landeshauptstadt Wiesbaden betont die Wichtigkeit solcher Angebote: „Teilhabe beginnt dort, wo Menschen Angebote tatsächlich nutzen können. Für Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen können Lärm, Stimmen, Musik oder andere Reize zu erheblichen Barrieren werden.“ Die „Stille Stunde“ schaffe mit einfachen Mitteln mehr Zugänglichkeit und Selbstbestimmung. Das Angebot richte sich aber auch an alle anderen Besucher, die eine entspanntere Atmosphäre suchen.