Ab August: Auf diese Änderungen müsst ihr euch jetzt einstellen

Im August treten in vielen Bereichen Änderungen in Kraft. Wir stellen euch die wichtigsten vor.

Ab August: Auf diese Änderungen müsst ihr euch jetzt einstellen

BaFöG-Erhöhung, teureres Wasser und ein verbotener Stoff in Lebensmitteln: Der August bringt einige Neuerungen für die Wiesbadener Haushalte. In unserer Übersicht lest ihr, was die wichtigsten Änderungen sind und was das für euch bedeutet.

Taxifahren wird teurer

Wer mit den Taxi fährt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen: Ab dem 1. August wird Taxifahren in Wiesbaden teurer. Der Grundpreis steigt um einen Euro. Der Kilometerpreis beträgt für den ersten und zweiten Kilometer 3,50 Euro je Kilometer. Bislang zahlte man 2,90 Euro. Für jeden weiteren Kilometer zahlen Fahrgäste künftig 2,20 Euro statt 1,80 Euro. Alle weiteren Details lest ihr hier.

Kostenfreie Bibliotheksausweise

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Ab dem 1. August ist der Bibliotheksausweis für alle Stadtbibliotheken in Wiesbaden kostenfrei. Das gilt bei Neuanmeldung und auch bei der Verlängerung des vorhandenen Bibliotheksausweises. „Mit dem kostenfreien Zugang zu unseren Stadtbibliotheken begeben wir uns deutschlandweit in eine Vorreiterrolle; welche Auswirkungen das konkret auf das Nutzerverhalten haben wird, verfolgen wir“, sagt Kulturdezernent Axel Imholz (SPD).

Titandioxid in Lebensmitteln verboten

Ab dem 8. August darf Titandioxid nicht mehr in Nahrungsmitteln eingesetzt werden. Der Stoff wird bislang verwendet, um vielen Lebensmitteln eine weiße Farbe zu verleihen. Er ist zum Beispiel in Backwaren, Brotaufstrichen, Suppen, Soßen, Salatdressings und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam jedoch zu dem Schluss, dass Titandioxid in Lebensmitteln nicht mehr als sicher angesehen werden kann. So konnten Bedenken hinsichtlich der Genotoxizität, also der Fähigkeit von chemischen Substanzen, genetisches Zellmaterial zu verändern, nicht ausgeschlossen werden. Das Verbot gilt für alle EU-Mitgliedstaaten.

Günstigere Medikamente in der Apotheke

Wem von seinem Arzt Biopharmazeutika verschrieben wurden, dem sollen ab dem 16. August in der Apotheke vorhandene baugleiche und günstigere Medikamente angeboten werden. Damit sollen sogenannte Biosimilars, also ähnliche biologische Arzneimittel, schneller in den Umlauf kommen und Arzneimittelkosten gesenkt werden.

Masern-Impfpflicht verschärft

Schon seit dem 1. März 2022 müssen Kinder und Personal in Schulen und Kitas, Menschen in Flüchtlingsunterkünften und das Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern gegen Masern geimpft sein. Ab dem 1. August wird die Pflicht wie geplant weiter verschärft. Betroffene Menschen müssen demnach nicht nur geimpft sein, sondern die Impfung auch nachweisen. Bisher mussten in Schulen oder Kitas zum Beispiel nur Kinder einen Impfnachweis vorlegen, die neu in die jeweilige Einrichtung gekommen sind, also zum Beispiel bei der Einschulung.

Gas-Notfallplan tritt in Kraft

Die EU-Staaten wollen wegen der Energiekrise weniger Gas verbrauchen. Vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 wollen die Mitgliedstaaten ihre Gasnachfrage freiwillig um 15 Prozent senken. Wie das Ziel erreicht werden soll, bleibt den Staaten überlassen. Mit dem Plan will die EU Vorsorge für den Fall treffen, dass Russland die Gaslieferungen dauerhaft unterbricht.

Neun-Euro-Ticket und Tankrabatt enden

Sowohl das Neun-Euro-Ticket als auch der Tankrabatt enden Ende des Monats. Viele Kommunen fordern bereits ein Nachfolgemodell für das Neun-Euro-Ticket. Noch ist das aber nicht entschieden. Größter Streitpunkt dabei: die Finanzierung des milliardenschweren Projekts.

Mehr BAföG für Studenten

Studenten, Auszubildende und Schüler, die BAföG bekommen, profitieren ab dem 1. August von Erleichterungen. Der Förderhöchstsatz wird von 861 Euro auf 934 Euro angehoben und der Grundbedarfssatz steigt um 5,75 Prozent auf 452 Euro im Monat. Außerdem wird die Altersgrenze von 30 Jahren bei Beginn der Ausbildung auf 45 Jahre angehoben. Der Wohnkostenzuschlag für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen, erhöht sich um elf Prozent von 325 Euro auf 360 Euro. Zudem erhalten BAföG-Empfänger, die nicht im Elternhaus wohnen, einen einmaligen Heizkostenzuschuss von 230 Euro.

Höherer Mindestlohn für zwei Berufe

Wer Steinmetz ist oder im Steinbildhauerhandwerk arbeitet, bekommt ab dem 1. August einen höheren Mindestlohn. So gibt es statt 12,85 Euro 13,35 Euro. Unabhängig davon gibt es auch den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser steigt im Oktober auf zwölf Euro.

Mehr Transparenz in Arbeitsverträgen

Arbeitsverträge müssen ab dem 1. August transparenter werden. Egal ob Arbeitsumfang, mögliche Überstunden oder Kündigungsfristen – es muss klar erkennbar sein, unter welchen Bedingungen der Arbeitnehmer angestellt wird. Ebenfalls muss unter anderem dokumentiert sein, welcher Lohn gezahlt wird, wie er sich zusammensetzt, welche Fortbildungen zugesagt wurden und was bei der Vergütung von Überstunden und Prämien gilt.

GmbH kann auch online gegründet werden

Wer eine GmbH gründen möchte, kann das ab 1. August auch per Online-Videotelefonat tun. Man muss dann nicht mehr persönlich bei der notariellen Beurkundung dabei sein. Das regelt das Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG).

Nachhaltige Anlagenberatung

Ab dem 2. August müssen Anlagenberater ihre Kunden fragen, ob sie ihr Geld auch in nachhaltige Produkte investieren wollen. Das schreibt eine neue EU-Richtlinie vor. Diese Pflicht bedeutet aber nicht, dass Kunden am Ende auch wirklich nachhaltige Produkte angeboten bekommen.

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