Eissauna: Abnehmen und Entspannung bei Minus 110 Grad Celcius

Seit Februar können sich die Wiesbadener eine besondere Art Wellness gönnen - und das nur mit Kälte. „Cryopoint“-Betreiber Bernhard Kleingarn im Gespräch mit Merkurist über die Eisbox und andere Anwendungen in seinem Store.

Eissauna: Abnehmen und Entspannung bei Minus 110 Grad Celcius

In Unterwäsche bekleidet, mit dicken Socken an den Füßen, Handschuhen und Mütze steigt man in der Goldgasse 2 in eine mannshohe, blau leuchtende Box. Sobald die Tür aufgeht, steigt einem kalter, trockener Dampf entgegen. Schnell wird klar - jetzt wird es sehr kalt. Die nächsten drei Minuten verbringt man in der Kammer bei Minus 110 Grad Celsius. Das ist am Anfang sehr ungewohnt, der Körper gewöhnt sich aber überraschend schnell an die Kälte.

„Die Eisbox ist das Highlight des Ladens“, sagt „Cryopoint“-Betreiber Bernhard Kleingarn. Er hat das Konzept nach Wiesbaden in die Räume eines ehemaligen Modegeschäfts geholt. Auf 50 Quadratmetern bietet der Store vier unterschiedliche Kälteanwendungen an. Außer der Eisbox werden eine „Cryoshaper“-Anwendung, ein „Cryofacial“ oder „Cryospot“ und eine „Boa Lymphmassage“ angeboten. Während die Eisbox vor allem nach dem Sport Muskelkater reduzieren und eine schnellere Regeneration anregen soll, soll die Lymphmassage der Entspannung und Entschlackung des Körpers dienen. „Beide Anwendungen lassen sich auch sehr gut miteinander kombinieren“, so Kleingarn. „Cryoshaper“ und „Cryofacial“ sollen hingegen die Haut straffen und Poren verkleinern, „Cryospot“ unter anderem bei Knochenproblemen helfen.

Hilfe beim Abnehmen und Hautunreinheiten

„Durch den Alarmzustand, in den der Körper in der Eisbox versetzt wird, werden zudem bis zu 800 Kalorien verbrannt“, sagt der Betreiber. „Besonders für Leute, die sich mit dem Abnehmen schwer tun, ist die Behandlung geeignet.“ Bei Rheumapatienten helfe die Behandlung zudem Entzündungen zu mildern. Die Lymphmassage soll hingegen nicht nur beim Abnehmen und der Bekämpfung von Cellulite helfen, sondern gegen Wassereinlagerungen und zum Entspannen nach dem Sport helfen.

Für die Lymphmassage legt man sich in einen blauen Anzug, ähnlich einer Schneehose, die durch eine Maschine mit Druckluft versorgt wird und im Liegen nacheinander und in mehreren Durchgängen die Beine und den Unterbauch bearbeitet. Der Druck kann je nach Wunsch selbstständig erhöht und gesenkt werden. Es fühlt sich etwa an, als würden die Beine gleichzeitig aufgeblasen und zusammengedrückt. Der gleichmäßige Rhythmus bietet eine ruhige Hintergrundkulisse. „Viele werden durch die Massage so entspannt, dass sie einschlafen“, erzählt Kleingarn.

Vom Kunden zum Betreiber

Betreiber Kleingarn ist eigentlich Zahnarzt. „Ich bin vom Kunden zum Betreiber geworden“, erzählt er. Das Konzept kennt er, seit er Probleme mit einem gebrochenen Fuß hatte. „Ein Freund hat mich dann auf ‘Cryospot’ aufmerksam gemacht.“ Die gezielte Anwendung mit trockener Kälte habe ihm beim Heilungsprozess sehr gut geholfen. „Meine Schlafstörungen sind auch verschwunden und mein Körper regeneriert sich nach dem Sport auch besser.“ Aktuell betreibt er das Geschäft mit seinem Storemanager Janik Montanus. Aushilfen sollen bald folgen.

Weiterer Laden in Mainz geplant

Seit der Eröffnung am 8. Februar sei der Zuspruch der Kunden sehr groß. „Für die ersten Wochen sind wir fast komplett ausgebucht“, erklärt Kleingarn. Auch habe man schon einige prominentere Kunden bedienen können. „Die Jungs vom SV Wehen Wiesbaden und von den Phantoms kommen vorbei.“ Außer Sportlern würden aber auch Menschen mit psychischen Problemen die Kältewellness in Anspruch nehmen, da die Behandlung mit Kälte das positive Denken fördern soll, so der Betreiber. Allerdings seien die Kälteanwendungen nicht für alle Menschen geeignet. „Man sollte eine normale Fitness haben“, so Kleingarn. So sollten Menschen, die unter anderem an Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Epilepsie leiden, nicht in die Eisbox steigen. „Darüber klären wir im Vorhinein auf“, sagt Kleingarn.

Jetzt soll sich der „Cryopoint“ in Wiesbaden etablieren. Bernhard Kleingarn hat auch schon weitere Pläne. „Es kommen sehr viele Mainzer hierher, daher gibt es bereits Pläne, auch dort einen Laden aufzumachen. Mainz ist schließlich Standort einer großen Sport-Uni und hat mit den 05ern ebenfalls eine Fußballmannschaft, die sich bei uns nach dem Training oder Spiel regenerieren kann.“

Bis dahin müssen die Mainzer für die Eisbox noch nach Wiesbaden fahren. Steigt man dort nach der Anwendung aus der Kammer, ist jedes noch so kleinste Haar am Körper kurzzeitig mit kleinen Eiszapfen bedeckt. Schon wenige Sekunden nach der Anwendung fängt es dann überall an zu kribbeln und wird wieder warm. Der Körper entspannt sich, auch der Kopf wirkt freier und das Atmen fällt leichter. Um langfristige Ergebnisse zu sehen, müssten die Eisbox ebenso wie die anderen Anwendungen jedoch regelmäßig in Anspruch genommen werden, so Kleingarn.

„Cryopoint“ Wiesbaden findest du in der Goldgasse 2 und auf Instagram. Weitere Informationen zu den Anwendungen und Preisen findest du auf der Website.

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