Nach Aus am Warmen Damm: Was wird aus der Eiszeit?

Seit Monaten sucht die Stadt nach einem Alternativstandort für die Eisbahn neben dem Staatstheater. Das Theater hatte den Mietvertrag für die Fläche gekündigt. Jetzt ist ein geeigneter Platz in Aussicht.

Nach Aus am Warmen Damm: Was wird aus der Eiszeit?

Schon seit rund 17 Jahren ist die „ESWE-Eiszeit“ vor dem Staatstheater ein beliebter Treffpunkt für alle Schlittschuhfans. Mit dem Start des Sternschnuppenmarkts beginnt auch die Saison der Eisbahn in der Nähe des Weihnachtsmarkts. Täglich drehen dort viele Wiesbadener ihre Runden — meistens bevor, oder nachdem sie auf den Weihnachtsmarkt waren.

Vor einigen Monaten dann der Schock: Das Staatstheater kündigte den Vertrag für die Nutzung der Fläche zum 31. Januar 2020. Als Grund wurde unter anderem der sehr schlechte Zustand der denkmalgeschützten Wiese am Warmen Damm genannt. Durch den Aufbau und die mit der Eisbahn verbundenen Belastung leide sie jedes Jahr. In der aktuellen Form könne die Eiszeit so nicht mehr stattfinden.

Stadt sucht seit Monaten nach neuem Standort

Seit einigen Monaten sucht die Stadt jetzt schon nach alternativen Standorten (wir berichteten). Aus einer Anfrage des Grünen-Abgeordneten Markus Gaßner an den Magistrat ging vor einigen Monaten hervor, dass für die Zukunft mehrere Orte in Frage kommen. Neben dem Warmen Damm seien auch das Bowling Green und der Konzertplatz am Kurpark sowie die Kurparkwiese hinter dem Weiher geeignet. Außerdem könnte man die Eisbahn auch auf dem Kranzplatz, den Reisinger Anlagen, dem Kulturpark am Schlachthof, dem Luisenplatz, dem Rosenbeet am Landtag und auf dem Dern’schen Gelände aufbauen.

Letzteres hat in einer städtischen Analyse möglicher Standorte am besten abgeschnitten, wie jetzt aus einer Sitzungsvorlage der Stadt hervorgeht. In der Vorlage erklärt Bürgermeister Oliver Franz, dass das Dern’sche Gelände derzeit der einzige Ausweichstandort für die Eiszeit sei. Deshalb soll jetzt ein neues Konzept für die Eisbahn erarbeitet werden. Mit der Organisation und Durchführung soll die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH beauftragt werden. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens will die Stadt einen neuen Betreiber für die Eiszeit suchen, der die Veranstaltung „auf eigenes wirtschaftliches Risiko“ durchführt.

Neues Konzept auf dem Dern’schen Gelände

Am neuen Standort soll die Eisbahn dann konzeptionell an den Sternschnuppenmarkt angelehnt werden — inklusive des Lilien-Lichtkonzepts. Das aktuelle gastronomische Konzept soll dann ebenfalls überarbeitet und an den neuen Standort angepasst werden. Die Stände des Wochenmarkts, die dort stehen, wo die Eisbahn zukünftig aufgebaut werden könnte, müssten dann auf alternative Standorte in der Nähe ausweichen.

Die Sitzungsvorlage wird am Donnerstag im Ortsbeirat Mitte diskutiert. Wird sie dort angenommen, muss die Stadtverordnetenversammlung nur noch über sie abstimmen. Wird das Konzept von allen Ämtern überprüft und angenommen, dann könnte die Eiszeit in den nächsten fünf Jahren auf dem Dern’schen Gelände stattfinden. (ts)

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