Ostfeld: Stadt wehrt sich gegen „aggressive Unterstellungen“

Unterlagen zum Projekt jetzt öffentlich im Netz

Ostfeld: Stadt wehrt sich gegen „aggressive Unterstellungen“

Die Stadt Wiesbaden geht den nächsten Schritt in der Diskussion um den geplanten neuen Stadtteil „Ostfeld/Kalkofen“: Sie stellt ab sofort Unterlagen zu Untersuchungen und Hinweisen, die bisher von der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) zum Bauprojekt eingeholt wurden, online zur Verfügung.

Auf der zugehörigen Plattform bei „Dein Wiesbaden“ können Interessierte die Dokumente nun einsehen - „unabhängig von der umstrittenen Frage über etwaige Rechtsansprüche auf Einsichtnahme“, so die Stadt Wiesbaden in einer Pressemitteilung. Damit reagiert die Stadt auf Vorwürfe, sie gehe nicht transparent genug mit Untersuchungsergebnissen um. Auch „Geheimnistuerei“ wurde den Verantwortlichen vorgeworfen.

„Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler. „Die aggressiven Unterstellungen einiger weniger, die Stadt plane heimlich und intransparent, laufen ins Leere und sind bösartige Unterstellungen.“ Dass die Unterlagen nun für alle zugänglich im Netz stehen, ist laut Stadt auch mit Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) abgestimmt.

Wie die Stadt mitteilt, müssen die Bürger jedoch beachten, dass zu den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchungen zum Ostfeld noch nicht von allen beteiligten Institutionen Unterlagen vorlägen. Teilweise enthalten die Schreiben, die online gestellt wurden, veraltete Zwischenstände und Hinweise, die bereits nicht mehr gültig seien, so Kessler. „Das muss berücksichtigt werden, damit es nicht zu Fehleinschätzungen kommt.“ Beispielhaft seien dabei beispielsweise die veröffentlichten Hinweise zur Berücksichtigung der Flugrouten von Bundesbehörden und der US-Army.

Die Bebauung im Ostfeld soll der Wohnungsnot in Wiesbaden entgegenwirken, außerdem sollen dort Arbeitsplätze entstehen. Der Plan passt aber nicht jedem. So befürchtet beispielsweise die Stadt Mainz, dass ihr durch die Bebauung des Gebiets die Frischluftzufuhr abgedreht wird (wir berichteten). Auch ein möglicherweise erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die neuen Arbeitsplätze steht in der Kritik.

Die Stadt Wiesbaden widerspricht den Kritikern allerdings. Die Bebauung des Ostfelds könne im Einklang mit den Anforderungen von Natur- und Klimaschutz gelingen - das würden auch die ersten dafür eingeholten Gutachten zeigen. Ziel der Stadt sei nun eine sachliche Debatte auf Basis aller Informationen, anhand derer die Entwicklung des Ostfeld festgelegt werden kann. „Spekulationen über vermeintliche Geheimnisse sind da nicht hilfreich“, so Kessler.

Hier geht es zu „Dein Wiesbaden“. (df)

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