Der neue Wasserspielplatz in den Reisinger-Anlagen sei im ersten Monat nach seiner Eröffnung von vielen Familien und Kindern sehr gut angenommen worden, teilt die Stadt auf Nachfrage von Merkurist mit. Damit habe sich die Erwartung, dass im Stadtteil Mitte ein erheblicher Bedarf an weiteren Spielflächen und Abkühlungsangeboten bestehe, bisher erfüllt. Entsprechend erhalte das Grünflächenamt bislang vor allem positive und dankbare Rückmeldungen.
Einige Leser blicken hingegen sehr skeptisch auf die neue Anlage. Besonders der Standort im „Drogenpark“ Reisinger-Anlagen sorgt für Unverständnis. „Keine 10 Meter neben dem Spielplatz werden am helllichten Tag offensichtlich Drogen konsumiert und verkauft. Wie soll das in Zukunft funktionieren?“, fragt zum Beispiel Leser Sa Fer. Die Stadt bestätigt, dass die Anlagen tatsächlich eine „Problemzone“ seien (wir berichteten).
Schutzkonzept sieht tägliche Kontrollen vor
In Bezug auf den neuen Wasserspielplatz habe die Stadtpolizei entsprechend vereinzelt Beschwerden über den ortsnahen Drogenkonsum erhalten. Dabei sei es neben dem beobachtbarem Eigenkonsum vorwiegend um Verunreinigungen gegangen. Als Reaktion verweist die Stadt auf ihr Schutzkonzept: Der Spielplatz werde während der Betriebsphase täglich morgens durch das Grünflächenamt beziehungsweise die Entsorgungsbetriebe (ELW) kontrolliert und gereinigt. Auffälligkeiten, Verunreinigungen oder Schäden sollen dadurch zeitnah festgestellt und behoben werden. Auch die Stadtpolizei kontrolliere den Standort täglich und zu wechselnden Uhrzeiten. Darüber hinaus seien bereits vier Schwerpunktkontrollen durchgeführt worden. Diese Kontrollen sollen so auch weiter aufrecht erhalten werden.
Von erheblichen Gefährdungen der Nutzer des Wasserspielplatzes liegen der Stadtpolizei derzeit keine Meldungen vor, teilt die Stadt mit. Auch die technischen Anlagen seien bisher in keiner Weise beschädigt worden. Bei einem Besuch am späten Sonntagabend hielten sich mehrere ältere Jugendliche auf der Fläche auf. Die Situation war friedlich.
Hoffnung auf Belebung der Anlage
Aus Sicht der Stadt trägt der neue Wasserspielplatz dazu bei, die Reisinger Anlagen als öffentlichen Aufenthaltsraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen weiterzuentwickeln. Mit dem zusätzlichen Spiel-, Aufenthalts- und Abkühlungsangebot soll die Anlage insbesondere für Familien und Kinder attraktiver werden. Dadurch würde die bestimmungsgemäße Nutzung des Parks gestärkt.
Eine kriminalpräventive Wirkung beziehungsweise die Verdrängung der Drogenszene sei kein Ziel des neuen Spielplatzes. Die Hoffnung auf eine allgemeine Belebung der Anlage durch die stärkere Nutzung durch Familien und Kinder sei aber durchaus berechtigt, so die Stadt. Eine wissenschaftliche Auswertung der Erfahrungen mit dem Wasserspielplatz sei allerdings nicht vorgesehen.