Tote Krebse in Brunnen am Sedanplatz in Wiesbaden entdeckt

Eine Merkurist-Leserin entdeckt tote Krebse im Brunnen am Wiesbadener Sedanplatz. Die Stadt erklärt, wie die Tiere dorthin gelangen und warum sie nicht gerettet werden dürfen.

Tote Krebse in Brunnen am Sedanplatz in Wiesbaden entdeckt

Vor rund zwei Wochen machte Merkurist-Leserin Tina einen ungewöhnlichen Fund im Brunnen am Sedanplatz in Wiesbaden: Mehrere tote Krebse befanden sich in dem Wasserbecken. Sie befürchtet, dass der Zulauf zum Brunnen eine generelle Gefahr darstellt. Es sei anzunehmen, „dass vielleicht auch zahlreiche andere kleinere Wasserbewohner da hinein gesogen werden, die einfach im Kanal liegen geblieben sind“.

Der Stadt Wiesbaden war der konkrete Fund nach eigenen Angaben bisher nicht bekannt. Bei den Tieren handele es sich um den invasiven Signalkrebs. „Diese Krebse leben bereits im Kesselbach / Kesselbachteich in den Dürer-Anlagen und wandern von dort in eine unterirdische Zuleitung (sog. Spülleitung), die das Wasser zum Sedanplatz transportiert“, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Auf diesem Weg würden sie in den Brunnen gelangen.

Die entdeckten toten Tiere seien entsorgt worden. Eine Rettung der Krebse sei in diesem Fall nicht vorgesehen. „Da es sich bei den Signalkrebsen um eine invasive Art handelt, dürfen sie nach einer Entnahme nicht mehr eingesetzt werden“, so die Stadt.

Weitere Krebsfund im Juli

Das Vorkommen nicht heimischer Tierarten wie dem Signalkrebs sei in allen städtischen Gewässern und Wasserbauwerken zu beobachten, die von natürlichem Bachwasser gespeist werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Krebse am Sedanplatz für Aufsehen sorgen. Bereits Anfang Juli rückte die Feuerwehr zu einem ähnlichen Einsatz aus, wie der SWR damals berichtete. In dem Fall wurden die Tiere als europäische Wildkrebse identifiziert. Ein Fachmann habe sie mitgenommen und in einem anderen Gewässer freigelassen – eine Maßnahme, die bei der nun gefundenen invasiven Art nicht erlaubt ist.

Kritik an „Kloake“ am Sedanplatz

Zuletzt hatte der neue Sitzbrunnen am Sedanplatz bereits für Kritik von Merkurist-Lesern gesorgt. „War die ‘Kloake’ im Kiezgarten mal als Brunnen gedacht? Was soll das, kann das weg?“, fragte ein Leser in einem Snip. Für die Stadt Wiesbaden sei der Sitzbrunnen mit dem fließenden Wasser des Kesselbachs jedoch nicht nur ein gestalterisches Highlight, sondern ein Gewinn für das Klima im Quartier.