Warum am Dienstag auf dem Marktplatz 55 Autos standen

Fördergelder machen's möglich: Die Stadt konnte mehr als 50 Autos für Dienstfahrten neu anschaffen. Mit modernem Antrieb sollen sie langfristig die Luft in Wiesbaden verbessern.

Warum am Dienstag auf dem Marktplatz 55 Autos standen

Mit mehr als 50 Autos vor dem Rathaus ähnelnde das Dern’sche Gelände am Dienstagvormittag einem Parkplatz. Auffällig: Die meisten Fahrzeuge waren weiß, aber auch das ein oder andere Polizei- und Feuerwehrauto hatte sich unter die parkende Flotte gemischt.

Alle Fahrzeuge sind Teil des städtischen Fuhrparks – und alle fahren mit Elektroantrieb. Mit Hilfe von Fördermitteln konnte die Stadt die 55 neuen Pkw für ihren Fuhrpark anschaffen. Sie werden jetzt unter anderem vom Tiefbau- und Vermessungsamt, aber auch von den Entsorgungsbetrieben der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) und dem Umweltamt für Außentermine genutzt.

Neuer Antrieb für die Stadt

Mit den neuen Autos sei jetzt etwa jedes vierte Auto, das von städtischen Mitarbeitern genutzt wird, emissionsfrei, fasst Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) die Zahlen zusammen. Das große Ziel der Stadt sei es aber, dass 2 Prozent aller Autos, die in Wiesbaden zugelassen werden, mit Strom fahren. Eine leichte Entwicklung zeigen tatsächlich die Zahlen der Zulassungsbehörde, dass sich die Zahl der Elektro- und Hybriedautos in Wiesbaden seit 2014 auf mehr als 1600 mehr als verdoppelt hat.

Dabei sei den Verantwortlichen im Rathaus bewusst, wie schwer der Umstieg auf die neuen Antriebe ist. „Wir haben bereits zwischen 2017 und 2018 beschlossen, mit den Fördergeldern in Höhe von 1,3 Millionen Euro in die Umrüstung unseres Fuhrparks zu investieren. Doch es kam zu Verzögerungen, weil die Menge an Fahrzeuge nicht schneller geliefert werden konnte“, spricht Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) aus eigener Erfahrung.

Ähnlich gehe es den ELW. Die Entsorgungsbetriebe seien schon lange auf der Suche nach Herstellern, die große Sammelfahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb herstellen. „Die Müllfahrzeuge sind die, die in der Stadt ins Auge stechen. Doch allein durch die schweren Behälter, die sie transportieren, ist es bisher nicht gelungen ein geeignetes Modell zu finden, dass eine ganze Tour durch Wiesbaden schafft“, erklärt Betriebsleiter Markus Patsch. Stattdessen habe die ELW in den letzten Jahren aber schon einige kleinere Fahrzeuge wie Kehrmaschinen auf Elektroantrieb umstellen können, ein mit Wasserstoff betriebenes Müllfahrzeug wolle das Unternehmen bald für eine Testfahrt in Wiesbaden ausleihen.

Neue Ladestellen

Für die neuen Antrieben seien jedoch auch immer die passenden Ladestationen notwendig. So mussten auch für die 55 neuen Autos Ladestellen an acht Punkten in der Stadt geschaffen werden. Sie liegen an Orten, die für die Touren in den Stadtautos als zentral gelten, etwa am Rathaus und in der Nähe von Behördenstellen. Auch dafür konnte die Stadt Fördermittel gewinnen. Zudem solle noch in diesem Jahr sechs weitere Autos folgen.

„Unser Ziel ist es, den Fuhrpark der Stadt komplett auf E-Fahrzeuge umzustellen“, so Kowol. Deshalb sollen weitere Autos, die in den kommenden Jahren angeschafft oder ersetzt werden müssen, nur noch mit Elektroantrieb bestellt werden. Bei durchschnittlich 550.000 Kilometern, die die Mitarbeiter in den Autos pro Jahr zurücklegen, sollen dann jährlich rund 218 Kilogramm Stickoxide und mehr als 100 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. (nl)

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