Wiesbadener Arbeitsmarkt von Coronakrise hart getroffen

Mehr Arbeitslose

Wiesbadener Arbeitsmarkt von Coronakrise hart getroffen

Der April war kein guter Monat für die Wiesbadener Arbeitnehmer: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden waren insgesamt 14.941 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg von 13,1 Prozent.

Schaut man auf die Zahlen nur für die Stadt Wiesbaden, sind im April 10.592 Menschen arbeitslos gewesen, was eine Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent bedeutet. Gegenüber dem Vormonat ist ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte zu verzeichnen. Da bereits im März die Auswirkungen der Coronakrise spürbar waren, fällt der Anstieg auf den ersten Blick gering aus. Gegenüber dem Vorjahres-April sind 2020 aber insgesamt 8,5 Prozent — oder 827 Wiesbadener mehr — arbeitslos.

„Die Auswirkungen der Coronakrise zeigen sich nun deutlich auf dem Arbeitsmarkt“, stellt auch Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden fest. Normalerweise sei im April stets ein saisonbedingter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Stattdessen steigt sie deutlich an. Davon sind sämtliche Personengruppen auf dem Arbeitsmarkt betroffen.

Zum einen haben sich die Zugänge aus Erwerbstätigkeit deutlich erhöht. Zum anderen sinken die Abgänge in die Erwerbstätigkeit signifikant, da viele Betriebe derzeit keine Einstellungen vornehmen. Laut Baumann bekomme das auch die Agentur für Arbeit zu spüren, es wurden weniger offene Stellen als im April üblich gemeldet.

Des Weiteren werde derzeit deutlich sichtbar, dass viele Arbeitgeber von dem Instrument der Kurzarbeit Gebrauch machen, um Arbeitslosigkeit, beziehungsweise Entlassungen zu vermeiden. „Wie viele Personen letztlich von Kurzarbeit betroffen sind, lässt sich erst in den nächsten Monaten sagen, wenn die Betriebe das Kurzarbeitergeld mit der Arbeitsagentur abrechnen“, so Baumann. (ms)

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