3G-Regelungen: Testcenter laufen auf Hochbetrieb

Seit Mittwoch gilt am Arbeitsplatz sowie in Bussen und Bahnen: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen tagesaktuellen Corona-Test vorlegen. Das bringt die Testcenter an ihre Grenzen.

3G-Regelungen: Testcenter laufen auf Hochbetrieb

Geimpft, genesen oder getestet: Wer Bus und Bahn nutzt, muss seit Mittwoch die 3G-Regelung befolgen. Gleiches gilt für den Arbeitsplatz (wir berichteten). Seitdem laufen die Testcenter in Mainz und Wiesbaden „auf Hochbetrieb“, berichtet Christoph Neumeier, Gründer und Geschäftsführer von CoviMedical, die in beiden Städten die Teststellen „15minutentest“ betreiben. Auch bei PCR-Tests steige die Nachfrage „enorm“ an.

Ähnlich sieht es in den Testcentern von „Schnelltest Deutschland“ aus: Seit Mitte der vergangenen Woche sei die Nachfrage im Vergleich zum Zeitraum vor den kostenfreien Tests um über 500 Prozent gestiegen, so Pressesprecher Jonas Julino. So sei die Station am Mainzer Allianzhaus derzeit „fast völlig ausgelastet.“ Vor allem in den frühen Morgenstunden, mittags und abends gebe es viele Buchungen. Daher gebe es seit vergangenen Montag eine neue Station am Münsterplatz, weitere seien derzeit in Planung. Am Münsterplatz sei prinzipiell die Nachfrage geringer als an der bereits etablierten Station im Allianzhaus. Aber auch dort würden die Wartezeiten nie länger als fünf bis zehn Minuten betragen, teilt Julino mit.

Onlinebuchungen halten Wartezeiten kurz

Da der 15-Minuten-Test ein rein digitales Buchungssystem sei, könne man lange Schlangen vor den Teststationen vermeiden und Wartezeiten so gering wie möglich halten, so Neumeier. Hat man sich für einen Slot eingebucht, könne man auch sicher sein, zu dieser Zeit getestet zu werden. Die Mainzer Stationen befinden sich am Mainzer Hauptbahnhof und am Gutenberg-Center. In Wiesbaden gibt es Stationen von 15-Minuten-Test in Biebrich und Sonnenberg.

Auch CoviMedical habe die Kapazitäten mit großem Aufwand an Personal und Materialbeschaffung bereits seit Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests wieder hochgefahren und die Öffnungszeiten erweitert, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, so Neumeier. Das „Hü und Hott der Politik bei den Testverordnungen“ sei auch für die Testcenter eine große Herausforderung, vor allem bei PCR-Tests: „Hier geht es darum, ausreichend Laborkapazitäten und ausgebildetes Personal zur Verfügung zu haben. Das lässt sich nicht so leicht skalieren wie Antigen-Schnelltests.“ Dennoch plane CoviMedical, die PCR-Testkapazitäten auszubauen sowie flächendeckend Antikörper-Tests anzubieten.

„Man hat voll auf Impfungen gesetzt, obwohl weder die Impfquote absehbar ausreichend war“ – Christoph Neumeier

Neumeier betrachtet es als „Fehler“, dass die kostenlosen Tests und die Testpflichten ausgesetzt wurden. Auf die unzureichenden Maßnahmen habe er bereits im Sommer und noch einmal im Herbst hingewiesen. „Man hat voll auf Impfungen gesetzt, obwohl weder die Impfquote absehbar ausreichend war und ist und gleichzeitig die Zahl der Impfdurchbrüche steigt“, so Neumeier. „So wichtig die Impfungen und die Auffrischungsimpfungen sind, in der jetzigen Lage helfen uns nur zusätzliche Tests, damit die Pandemie nicht völlig außer Kontrolle gerät.“

Politik habe gut funktionierende Testinfrastruktur zerschlagen

Auch bei Schnelltest Deutschland sieht man das ähnlich: „Bedauerlicher und unverständlicherweise wurden kostenfreie Schnelltest kurzzeitig gestoppt, der erhoffte Anstieg an Impfungen blieb aus. Ein politischer Fehler, wie sich an den aktuellen Fallzahlen und der enorm hohen Hospitalisierungsrate erkennen lässt“, so Julino. So sei eine doppelte Absicherung mit Test und Impfung vor allem für Veranstaltungen und Orte, an denen Menschen auf engem Raum zusammenkommen, sinnvoll gewesen.

Mit der Entscheidung gegen kostenfreie Bürgertests sei so eine gut funktionierende, flächenendeckende Testinfrastruktur seitens der Politik zerschlagen worden, viele Anbieter hätten sich zurückgezogen. „Auch wir mussten sechs Testzentren in Mainz schließen“, so Julino. Hingegen sei aktuell die Nachfrage zu groß, um personell gedeckt werden zu können. „Wir sind bemüht die Lücke zu schließen, mit etwas mehr Vorlauf und weitsichtiger Planung wäre die gesamte Situation entspannter zu bewerten.“

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