Wiesbadener Polizei arbeitet bald mit Holodeck

Hessen und Bayern arbeiten bei der digitalen Tatort-Analyse zusammen. Ein sogenanntes Holodeck soll Ermittlern helfen, komplexe Verbrechen in 3D zu rekonstruieren.

Wiesbadener Polizei arbeitet bald mit Holodeck

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann (CSU) haben am Mittwoch (15. Juli) eine Kooperation vereinbart. Wie das Hessische Innenministerium für Sicherheit und Heimatschutz mitteilt, wollen die beiden Bundesländer künftig bei der Weiterentwicklung eines sogenannten Holodecks zusammenarbeiten.

So funktioniert das Holodeck

Bei dem System handelt es sich um eine digitale Arbeitsumgebung, in der Tatorte dreidimensional betrachtet, analysiert und dokumentiert werden können. In Bayern ist das System bereits im Einsatz. Laut Herrmann werden dort jährlich etwa 40 bis 50 Tatorte erfasst und digital rekonstruiert.

Laut den Innenministern lassen sich durch das Holodeck räumliche Zusammenhänge deutlich besser nachvollziehen als mit klassischen Fotos oder Skizzen. Ermittler würden so eine zusätzliche Möglichkeit erhalten, komplexe Sachverhalte zu rekonstruieren und zu bewerten. „Aus Sicht von Polizei und Justiz hat sich das Holodeck als wertvolles Unterstützungssystem und praxisrelevantes Instrument der kriminaltechnischen Arbeit in Bayern etabliert“, so Herrmann.

„Gamechanger“ für die Verbrechensbekämpfung

Nun hat auch das Hessische Landeskriminalamt großes Interesse an der bayerischen Technologie bekundet. Aktuelle Entwicklungen sollen gemeinsam erforscht, erprobt und in die polizeiliche Praxis überführt werden. Dabei soll auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine Rolle spielen, um Ermittlungen im virtuellen Raum zu unterstützen.

Hessens Innenminister Poseck sprach von einem neuen Kapitel der länderübergreifenden Zusammenarbeit. „Dieses gemeinsame Projekt ist ein echter Gamechanger. Es schafft ein bundesweit herausragendes Alleinstellungsmerkmal und stärkt die führende Rolle unserer beiden Länder bei der Digitalisierung der Verbrechensbekämpfung.“

Neue VR-Fläche für das Landeskriminalamt

Ein erster sichtbarer Schritt der Partnerschaft soll die Inbetriebnahme einer neuen Virtual-Reality-Fläche des Hessischen Landeskriminalamts im Herbst sein. Dort können Tatorte dann in einer virtuellen Arbeitsumgebung dreidimensional analysiert werden.