Wer ist in Wiesbaden für die Jagd auf Autoposer und Raser zuständig?

Auch in Wiesbaden gibt es inzwischen ein Problem mit Autoposern und illegalen Straßenrennen. In der Landeshauptstadt sind verschiedene Stellen dafür verantwortlich, ihnen das Handwerk zu legen.

Wer ist in Wiesbaden für die Jagd auf Autoposer und Raser zuständig?

In den vergangenen Monaten sind in Wiesbaden immer wieder Autoposer aufgefallen. Besonders oft zeigten sie sich vor den Shisha-Bars am Biebricher Rheinufer. Seit Dezember dürfen Autofahrer dort nur noch 30 statt 50 km/h fahren — damit soll Autoposern und Rasern das Leben schwerer gemacht werden. Merkurist-Leser Mike fragt, wer denn aber in Wiesbaden überhaupt dafür verantwortlich ist, Autoposern und Rasern das Handwerk zu legen.

In Köln zum Beispiel gebe eine Sonderkommission, die sich um das Problem kümmern soll, wie Mike schreibt. In Wiesbaden ist die Sache allerdings anders geregelt: „Die Polizei sowie die Kommunale Verkehrspolizei sind in Wiesbaden für die Thematik Autoposer/Raser/Illegales Tuning zuständig“, wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage von Merkurist mitteilt.

Neue Stelle zur Koordination

„An dieser Stelle laufen die Beschwerden und Hinweise aus der Bevölkerung zusammen.“ - Sprecher der Polizei Westhessen

Weil das Autoposer- und Raserproblem in den vergangenen Jahren jedoch stetig angewachsen ist, richten Polizei und Verkehrspolizei ab dem 5. Februar eine neue Stelle zur Koordinierung, Planung und Sachbearbeitung dieser Delikte ein. „An dieser Stelle laufen die Beschwerden und Hinweise aus der Bevölkerung zusammen, werden von dort aus bearbeitet und zielgerichtete Kontrollen geplant“, erklärt die Polizei. Dabei wird die Polizei aber weiterhin eng mit der Kommunalen Verkehrspolizei zusammenarbeiten. Eine Sonderkommission wie in Köln ist jedoch nicht geplant, weil die Problematik in Wiesbaden im Vergleich dazu relativ gering sei.

Ordnungswidrigkeiten und Straftaten

Die Kontrollen werden laut Polizei präventive und repressive Maßnahmen enthalten. Welche genau, dazu hat der Sprecher jedoch keine Angaben gemacht. Klar ist: Wer trotzdem mit seinem Auto post oder illegal tunt, dem drohen Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, Bußgelder und die Sicherstellung des jeweiligen Fahrzeugs. „Dadurch entstehen erhebliche Verfahrenskosten neben den erwähnten Bußgeldern“, betont der Polizeisprecher.

Weil illegale Straßenrennen aber keine Ordnungswidrigkeit mehr sind, sondern eine Straftat, kann sich derjenige, der erwischt wird, auf eine noch saftigere Strafe einstellen: „Bei einem Rennen werden die beteiligten Fahrzeuge und die jeweiligen Führerscheine beschlagnahmt“, erklärt der Polizeisprecher. Danach prüfe die Staatsanwaltschaft, ob die Gegenstände dauerhaft einbehalten werden oder nicht. Auch in Wiesbaden wurden einige Raser angezeigt, ihre Fahrzeuge und Führerscheine eingezogen. „Die gerichtlichen Urteile stehen dazu derzeit noch aus“, so die Polizei. (js)

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