Warum es in Wiesbaden bald mehr bezahlbare Wohnungen geben könnte

Das Land Hessen passt seine soziale Wohnraumförderung an. Davon sollen vor allem Regionen mit hohen Grundstückspreisen profitieren.

Warum es in Wiesbaden bald mehr bezahlbare Wohnungen geben könnte

Das Land Hessen entwickelt seine soziale Wohnraumförderung weiter. Wie das hessische Wirtschafts- und Bauministerium mitteilt, wird die Förderrichtlinie für das Programmjahr 2026 angepasst. Ziel sei es, den Neubau bezahlbarer Wohnungen dort stärker zu unterstützen, wo die Herausforderungen besonders groß sind. Davon kann auch Wiesbaden profitieren.

„Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern dort, wo gebaut und modernisiert wird. Deshalb entwickeln wir unsere Wohnraumförderung konsequent weiter“, sagt der hessische Wirtschafts- und Bauminister Kaweh Mansoori. Man setze die vorhandenen Mittel wirksamer ein und schaffe bessere Voraussetzungen für mehr bezahlbaren Wohnraum in Hessen.

Mehr Förderung bei hohen Grundstückspreisen

Um Investitionsanreize in Regionen mit besonders hohen Grundstückspreisen zu schaffen, führt das Land einen neuen Metropolzuschlag ein. Beim Neubau von Mietwohnungen für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen erhöht sich das Förderdarlehen bei Grundstückswerten ab 1200 Euro pro Quadratmeter um 200 Euro auf bis zu 2700 Euro je Quadratmeter. Dadurch steigt auch der anteilige Finanzierungszuschuss auf bis zu 40 Prozent des Förderdarlehens.

Auch die Förderung für den Neubau von Wohnraum für Studenten und Auszubildende wird vereinfacht. Künftig wird sie unabhängig vom Grundstückswert pauschal gewährt. Für ein Einzelappartement oder den ersten Platz in einer Wohngemeinschaft gibt es 70.000 Euro, für jeden weiteren Wohnplatz 55.000 Euro. Hinzu kommt ein Finanzierungszuschuss von bis zu 40 Prozent.

Geänderte Konditionen und Rekordzahlen

Der Förderzins in der Neubauförderung wird auf 0,6 Prozent angepasst. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen vollständig in zusätzliche Förderungen des sozialen Mietwohnungsbaus fließen. Die Modernisierungsförderung bleibt ein wichtiger Bestandteil, entsprechende Darlehen sind weiterhin zinslos. Energetische Maßnahmen sollen ab dem kommenden Jahr jedoch über ein gesondertes Landesprogramm finanziert werden.

Die Anpassungen bauen auf dem Rekordjahr 2025 auf. Damals stellte Hessen Fördermittel für 5216 Wohnungen und Wohnplätze bereit. Insgesamt investierte das Land im vergangenen Jahr rund 689,1 Millionen Euro in den Wohnungsbau. Bauvorhaben für 2026 können bis zum 21. August oder bis zum 20. November 2026 angemeldet werden.