Kritik an 2G-Regel im hessischen Einzelhandel

Ab Montag dürfen nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen gehen - mit Ausnahme der Grundversorgung.

Kritik an 2G-Regel im hessischen Einzelhandel

Nachdem der hessische Ministerpräsident am Dienstagabend angekündigt hat, dass ab kommenden Montag (6. Dezember) die 2G-Regel im Einzelhandel gilt, wird Kritik an der Entscheidung laut. Der Präsident des hessischen Handelsverbands und die Präsidentin des hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) warnen vor einer Belastung des Einzelhandels.

„Durch die Regelung kommt es nun wieder zu Wettbewerbsverzerrungen im stationären Einzelhandel“, so Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des HIHK, in einer Pressemitteilung. „Während Grundversorger allen Kunden offenstehen, dürfen Sortimentsanbieter nur unter 2G und mit hohem Kontrollaufwand öffnen.“ Denn von der 2G-Regel ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Die Entscheidung werde den Einzelhandel belasten und es werde zu deutlichen Umsatzeinbußen kommen, „obwohl der Einzelhandel kein Infektionstreiber ist“, so Schoder-Steinmüller weiter.

Aus Sicht der Wirtschaft sei eine Steigerung der Impfquote zwar dringend erforderlich, es entstehe aber zunehmend das Gefühl, dass der Zutritt zu Geschäften als Druckmittel zur Steigerung der Impfquote eingesetzt werde. „Das ist der falsche Weg, weil damit eine politische Diskussion auf dem Rücken von Händlern, Gastronomen und weiteren Unternehmern ausgetragen wird.“

Der hessische Handelsverband bewertet die angekündigte Verschärfung der Corona-Regeln für den Einzelhandel ebenfalls kritisch. „Die Kontrollen bedeuten einen unglaublichen Aufwand - im so wichtigen Weihnachtsgeschäft“, sagte der Präsident des Handelsverbandes Hessen, Jochen Ruths, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die bisherigen Hygienekonzepte mit Masken- und Abstandspflicht hätten sich bewährt - der Handel sei kein Infektionstreiber, betonte auch er. Die Unternehmen zahlten nun erneut den Preis für die Versäumnisse der letzten Monate, in denen es nicht gelungen sei, genügend Menschen von einer Impfung zu überzeugen.

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