Der Theodor-Heuss-Ring soll stadteinwärts in den meisten Bereichen wieder einspurig werden. Das hat der Magistrat bereits im Januar beschlossen. Stattdessen sind erstmals Fahrradwege in beide Richtungen geplant. Der Beschluss geht auf einen Wunsch des Ortsbeirats Südost zurück. Zwischen Hauptbahnhof und Amöneburger Kreisel ist der Ring die einzige Möglichkeit, die Gleise im Tal zu überqueren. Umgesetzt werden soll die Maßnahme im Zuge der geplanten Neuasphaltierung.
Wie ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage von Merkurist nun mitteilt, wird gerade der Bauablauf und die Finanzierung der Neuasphaltierung abgestimmt und verhandelt sowie eine Ausschreibung vorbereitet. Ein genauer Zeitpunkt stehe allerdings noch nicht fest.
Warten auf neue Asphaltdecke
Seit Sperrung der alten Salzbachtalbrücke vor fünf Jahren gibt es auf dem Theodor-Heuss-Ring eine provisorische Spurführung mit zwei Fahrstreifen in Richtung Innenstadt. Diese Kapazitätserweiterung war eine Reaktion auf den sprunghaften Anstieg des Verkehrs an dieser Stelle. Doch auch nach Fertigstellung der neuen Autobahnbrücke hatte sich an diesem Provisorium bisher nichts geändert, obwohl der Verkehr laut Zählungen des Tiefbau- und Vermessungsamts mittlerweile wieder abgenommen hat. Die vielen überlagerten Linien aus weißer (früher) und gelber (aktuell) Fahrbahnmarkierung waren offenbar nicht für alle eindeutig erkennbar. Viele Autos verlassen, wie man bei einer Vor-Ort-Begehung beobachten konnte, versehentlich ihre Spur.
Laut Pressesprecher hat das Provisorium bereits so lange Bestand, da die fest aufgesprühten gelben Linien nur sehr aufwendig wieder abgefräst werden müssten. Die zurückbleibenden „Phantommarkierungen“ hätten die Irritationen nur weiter verstärkt. Bei kurzen Baustellen werden die gelben Streifen lediglich aufgeklebt und sind leicht entfernbar. Hier aber sei von Anfang an klar gewesen, dass das Provisorium länger halten müsse, so der Sprecher.
An der neuen Fußgängerampel an der Kreuzung zur Breitenbachstraße lässt sich bereits heute erkennen, wie die Straße künftig auf ganzer Länger aussehen wird. Der Asphalt ist neu, links und rechts gibt es einen Fahrradweg beziehungsweise -schutzstreifen, in beide Richtungen führt je eine Autospur. Im längeren unbebauten Abschnitt mit außerörtlichem Charakter sind „zur Erhöhung der subjektiven und objektiven Verkehrssicherheit“ noch breitere Radfahrstreifen inklusive Sicherheits-Trennstreifen zur Fahrbahn geplant, teilt der Sprecher mit. Die Brücke über die Mainzer Straße sei indes aufgrund von fehlenden Grundstücksverfügbarkeiten und einer noch nicht abgestimmten Finanzierung kein Teil der Maßnahme.