Starke Belastung des Gesundheitsamtes durch Corona-Tests für Reiserückkehrer

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. In Wiesbaden sorgt diese Entscheidung für einen hohen Arbeitsaufwand. Wie genau die Tests jetzt ablaufen sollen.

Starke Belastung des Gesundheitsamtes durch Corona-Tests für Reiserückkehrer

Weil die Zahl der Neuinfektionen in Wiesbaden seit einigen Tagen wieder ansteigt (wir berichteten), haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamts derzeit einiges zu tun. Wie das Amt am Donnerstag mitteilt, leiden darunter viele Aufgaben, die sonst von den Mitarbeitern ausgeführt werden.

Erweiterter Zuständigkeitsbereich

Demnach stehen die Telefone beim Gesundheitsamt nicht mehr still. Vor allem seien es Anrufe von Bürgern, die sich in der letzten Zeit wieder häufen. „Wir möchten den Bürgerinnen und Bürger als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und uns um deren Anliegen kümmern“, so Dr. Daniela Hirsekorn, stellvertretende Amtsleitung des Gesundheitsamtes Wiesbaden. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben ihr Bestes, um alle Anfragen schnellstmöglich zu beantworten.“ Doch aufgrund von Verordnungen, die sich häufig ändern, müssten viele Anrufer vertröstet werden.

In diesem Zusammenhang kritisieren die Verantwortlichen auch die neu eingeführten verpflichtenden Corona-Tests für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren (wir berichteten). „Leider gab es im Vorfeld weder für die Gesundheitsämter, noch für die Labore und Abstrichstellen die Möglichkeit, sich darauf einzustellen. Die Auswirkungen sind groß, denn die Teststellen sind überlastet und das Gesundheitsamt erreichen so viele Anfragen, dass das Servicetelefon durchgehend klingelt“, heißt es weiter in einer Mitteilung an die Presse.

Auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sieht die neue Vorschrift als schwere Belastung für die Kommunen. „Es handelt sich hier um ein großzügiges Angebot des Bundesgesundheitsministers, das allerdings die Teststellen, Labore und Kommunen personell überfordert. Der Grundsatzentscheidung des Ministers muss dringend ein handhabbarer Plan zur Umsetzung folgen“, fordert er.

Derzeit gibt es für Wiesbadener folgende Möglichkeiten, sich nach einer Reise testen zu lassen:

  • Für Reisende ab dem Frankfurter Flughafen steht eine Teststelle vor Ort zur Verfügung (wir berichteten). Eine zweite soll demnächst zusätzlich eröffnen.

  • Hausärzte können eine entsprechende Überweisung zu Teststellen ausstellen und über weitere Schritte informieren. Einige Hausärzte können die Tests in der eigenen Praxis durchführen.

  • Eine Abstrichstelle der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es an der Asklepios-Paulinen-Klinik.

Für alle Reisende aus einem Risikogebiet gilt, dass sie sich unmittelbar nach der Reise in eine 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Wer sich daran nicht hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Erst ein negativer Testbefund mit ärztlichem Zeugnis entbindet von dieser Pflicht. Die Kosten für die Tests übernehmen die Krankenkassen nur, wenn sie maximal 72 Stunden nach der Ankunft zuhause durchgeführt werden.

Zudem arbeitet das Gesundheitsamt weiterhin daran, Kontaktpersonen von nachweislich Infizierten Wiesbadenern ausfindig zu machen und zu kontaktieren. Dafür wurde das Amt inzwischen personell verstärkt und bekommt Hilfe von anderen Ämtern. Trotzdem können andere übliche Aufgaben des Gesundheitsamtes, wie etwa Belehrungen, die für einen Jobantritt in der Gastronomie notwendig sind, derzeit nicht angeboten werden. (ms)

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