Ist ein Einkauf ohne Maske noch möglich?

Die Maskenpflicht schreibt vor, dass Mund und Nase unter anderem in Geschäften bedeckt werden müssen. Doch welche Regeln gelten für Marktstände und Drive-In-Angebote?

Ist ein Einkauf ohne Maske noch möglich?

Egal ob Supermarkt, Kleiderboutique oder Drogerie: Seit dem 27. April muss jeder, der ein Geschäft betritt, Mund und Nase bedecken. Die Maskenpflicht soll die weitere Verbreitung des Coronavirus eindämmen und gilt jetzt, wo Geschäfte unabhängig von ihrer Größe wieder eröffnen dürfen, mehr denn je.

Doch schon rund eine Woche nach der Einführung der Pflicht, stellten einige Wiesbadener fest, dass das Tragen nicht immer angenehm ist. Brillengläser können beschlagen, manche Stoffe lösen allergische Reaktionen im Gesicht aus und wer eine Vorerkrankung an der Lunge hat, bekommt unter der Maske schlecht Luft. Merkurist-Leser Michael denkt dabei sogar noch an eine andere Gruppe, die unter der Maskenpflicht leidet und fragt, was mit Menschen ist, bei denen die Gesichtsbedeckung eine Panikattacke auslösen kann.

Genau für solche Fälle gibt es Ausnahmeregelungen, betätigt Alice Engel, Sprecherin des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration auf Nachfrage von Merkurist. Demnach können sich nicht nur Personen mit einer körperlichen Behinderung, die das Tragen der Maske unmöglich macht, oder Personen mit Vorerkrankungen ein Attest vom Arzt ausstellen lassen (wir berichteten). „Das gilt auch für Menschen, die aus psychischen Gründen keine Masken aufsetzen können oder wollen“, sagt sie. Weist jedoch darauf hin, dass bei einer Kontrolle ein Nachweis notwendig ist. Diesen muss ein Arzt ausstellen.

Nur mit einer Bescheinigung sei ein Einkauf ohne Maske in Hessen noch möglich, sagt sie. Dabei sei es egal, ob die Waren in einem Geschäft, oder auf einem Wochenmarkt verkauft werden. Denn die landesweite Regelung schließt auch Märkte mit ein — und ebenso einzelne Verkaufsstände, an denen zum Beispiel Bauern frischen Spargel oder Erdbeeren anbieten.

Bußgelder für Kunden und Verkäufer möglich

Wer sich nicht daran hält, müsse mit einem Bußgeld rechnen — sowohl als Kunde, als auch als Verkäufer. Einzige Ausnahme seinen Verkaufsstellen, bei denen es zu keinem nahen Kontakt zwischen Kunden und Verkäufern kommt, weil die Ware durch ein Verkaufsfenster aus dem Laden heraus gereicht wird. Das ist zum Beispiel bei vielen Kiosken derzeit der Fall. Wer vor dem Tresen in einer Warteschlange steht, solle jedoch trotzdem zur Maske greifen.

Auch Drive-In-Schalter, wie es ihn seit Jahren von der Bäckerei Schröer im Stadtteil Kastel für ein schnelles Frühstück To Go in der Straße „An der Helling“ gibt, oder bei Fast Food-Ketten, können laut Engel ohne Maske genutzt werden. Solange der Kunde im Auto bleibt, besteht keine Pflicht Mund und Nase zu bedecken.

Keine Maskenpflicht am Steuer

Der ADAC warnt sogar, dass Autofahrer individuell entscheiden sollen, ob sie eine Maske hinter dem Steuer tragen. Denn während OP-Masken aus der Apotheke in der Regel keine wesentlichen Gesichtszüge bedecken, könne es bei vielen selbstgenähten Masken zu Problemen kommen, wenn ein Fahrer eine Verkehrsregel bricht und nicht eindeutig — zum Beispiel auf einem Blitzerfoto — identifiziert werden kann. Auch Brillenträger, so der ADAC, sollten vor der Fahrt ausgiebig testen, ob die Gläser beschlagen und somit die Sicht beeinträchtigen könnten.

Doch die Zahl der Drive-In-Angebote oder Fensterverkäufe in Wiesbaden sinkt. Viele, die bis vor Kurzem aus der Not geboren einen Straßenverkauf angeboten haben, öffnen jetzt wieder ihre Läden. Denn in den Geschäftsräumen können zum einen Verkaufsgespräche besser geführt werden, zum anderen können sich Kunden einen besseren Überblick über das Sortiment verschaffen. Wer ohne Maske einkaufen will, muss demnach auf Lieferdienste zurückgreifen. Diese bieten viele Supermarktketten und Online-Shops an. Wer durch einen Arzt von der Maskenpflicht befreit ist, oder zu einer Risikogruppe gehört, kann außerdem den Einkaufsservice der Stadt nutzen, und sich mit Notwendigem für den Alltag versorgen lassen. (ts)

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