Mehr Personal für weniger Verkehrsrowdys

Falschparker, Raser und Autoposer halten die Verkehrsüberwachung in Wiesbaden auf Trab. Zehn Leiharbeiter sollen jetzt das Ordnungsamt unterstützen, sodass mehr Zeit für gezieltere Kontrollen bleibt.

Mehr Personal für weniger Verkehrsrowdys

Wenn der Biebricher nachts im Bett liegt, wird er vor allem am Wochenende immer wieder plötzlich geweckt, wenn laute Motorengeräusche an seinem Schlafzimmer vorbeiziehen. Die Beschwerden über sogenannte Autoposer, die in den Nachtstunden vor allem am Rheinufer und rund um die Robert-Krekel-Anlage unterwegs sind, stapeln sich bei Detlev Esser, dem Leiter der Biebricher Verwaltungsstelle.

Der Grund: Bis der Schlafende es zum Fenster geschafft hat, um sich die Autonummer des Rasers zu notieren, ist dieser schon lange vorbei gezogen. Auch die Polizei in Biebrich habe schon lange keine Kapazitäten mehr, um allen Beschwerden nachzugehen, bestätigt Ortsvorsteher Kuno Hahn (SPD).

Unterstützung für Verkehrsüberwachung

Für ihn ist es eine Erleichterung, dass neue Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung jetzt auch in Biebrich eingesetzt werden. Insgesamt zehn neue Kollegen haben die Beamten der Verkehrsüberwachung bekommen - als Leiharbeiter. Sie stammen aus der Firma Securitas und sollen für mindestens ein Jahr helfen, die Probleme mit Verkehrssündern in der ganzen Stadt in den Griff zu bekommen.

Die neuen Mitarbeiter konzentrieren sich vor allem auf den ruhenden Verkehr.“ - Verkehrsdezernent Andreas Kowol

Die Strategie ist dabei ganz simpel: „Die neuen Mitarbeiter konzentrieren sich vor allem auf den ruhenden Verkehr“, erklärt Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) und nennt als Beispiele Parksünder, die vor dem Supermarkt in zweiter Reihe halten, ohne Berechtigung in einer Anwohnerparkzone stehen oder Ein- und Ausfahrten zuparken. „Dadurch können sich die bisherigen 58 Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung auf andere Aufgaben konzentrieren.“

„Wenn nach einem Verkehrsunfall eine Straße gesperrt werden muss, was viel Personal erfordert, kann die Kontrolle von Falschparkern in Zukunft weitergehen“, erklärt Kowol. So habe die Verkehrsüberwachung auch mehr Kapazitäten, um gezielte Aktionen gegen illegale Autorennen, Autoposer und ähnliche Verstöße durchzuführen. „Und da haben wir einiges in der kommenden Zeit geplant“, kündigt er große Kontrollaktionen in der ganzen Stadt an.

Einsatz in der ganzen Stadt

Seit die neuen Mitarbeiter im April ihre erst Schicht begonnen haben, habe das Straßenverkehrsamt gute Erfahrungen gemacht, sagt Amtsleiter Winnrich Tischel. Als Beispiel nennt er das Westend, wo es schon eine große Zahl von Abmahnungen gegeben habe. „Außerdem haben wir dort in den lezten Wochen etliche Autos abgeschleppt, die wir durch die stärkere Präsenz erwischen konnten“, sagt er.

„Die neuen Mitarbeiter werden in allen Stadtteilen eingesetzt.“ - Winnrich Tischel, Straßenverkehrsamt

Sowohl ihm als auch Kowol seien weitere Stadtteile bekannt, in denen durch die personelle Aufstockung bald mehr Ruhe einkehren könnte. „Die meisten Beschwerden kommen aus der Innenstadt und aus Biebrich“, sagt Kowol. „Aber die neuen Mitarbeiter werden in allen Stadtteilen eingesetzt“, so Tischel. So seien die Grünflächen rund um den Schiersteiner Hafen, Rettungswege in Rambach und auch einige Feldwege außerhalb des Stadtgebietes bekannte Schwerpunkte für Falschparker und Raser.

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