Engpässe in Kliniken: Rettungskräfte schlagen Alarm

Besonders zur Grippezeit sollen die Wiesbadener Krankenhäuser Anfang des Jahres überlastet gewesen sein. Mit diesem Problem wandten sich Rettungskräfte an das Gesundheitsamt. Gemeinsam mit den Kliniken soll die Situation in Zukunft verbessert werden.

Engpässe in Kliniken: Rettungskräfte schlagen Alarm

Gerade zu Grippewellen sind die Wiesbadener Krankenhäuser überlastet. Nicht nur, dass mehr Patienten kommen, als zu anderen Zeiten, auch fallen Ärzte und Pflegepersonal krankheitsbedingt aus. Die Rettungskräfte haben jetzt Alarm geschlagen und die katastrophalen Umstände dem Gesundheitsamt gemeldet.

Kein neues Problem

Demnach soll es im Februar und März besonders schwierig für die Rettungskräfte gewesen sein, für Patienten überhaupt ein freies Bett zu finden. Um auf die nächste Welle besser vorbereitet zu sein, hat Kaschlin Butt, Leiterin des Gesundheitsamtes, nun Vertreter vom Amt, dem Rettungsdienst und die Verantwortlichen aus den drei Wiesbadener Akutkliniken an einen Tisch geholt.

„Die Stadt hatte sich bereits 2012 mit Kapazitätsproblemen auseinandergesetzt.“- Kaschlin Butt, Gesundheitsamt

„Das Thema ist nicht neu. Die Stadt hatte sich bereits 2012 im Rahmen einer Gesundheitskonferenz mit Kapazitätsproblemen der Zentralen Notaufnahmen in den Wiesbadener Akutkliniken auseinandergesetzt“, sagt Butt. Schon damals sei aus Berichten hervorgegangen, dass viele Patienten im Krankheitsfall nicht zuerst einen Praxis-Arzt aufsuchen, sondern direkt ins Krankenhaus gehen. Das wirke sich, so Butt, belastend auf die Kapazitäten der Kliniken aus, denn nicht jeder Patient sei tatsächlich auf ein Krankenbett in einer Klinik angewiesen.

Zusammenarbeit mit Praxen

Damit sich ein solcher Engpass nicht wiederholt, sollen in der nächsten Grippewelle die Ärzte in den Praxen - nicht in den Kliniken - erste Anlaufstellen werden. Dafür haben sich in Wiesbaden Arztpraxen und Akutkliniken jetzt zusammengeschlossen. Bei der nächsten Grippewelle sollen die Ärzte in den Praxen künftig die ambulante medizinische Versorgung übernehmen, so könnten die Kliniken schon einmal entlastet werden.

„Unser Ziel ist es, eine angepasste medizinische Notfallversorgung abzustimmen.“ - Kaschlin Butt, Gesundheitsamt

Darüber hinaus wollen die Kliniken einen stärkeren Kontakt untereinander pflegen. So sollen Versorgungsengpässe schneller erkannt werden. Dabei wollen die Krankenhäuser auch das Gesundheitsamt zu Rate ziehen um Engpässe in der Notfallversorgung gezielter regulieren zu können. „Unser Ziel ist es, eine angepasste medizinische Notfallversorgung abzustimmen und damit eine bessere akutmedizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Dabei betonen jedoch sowohl Butt, als auch die Ärzte aus den Kliniken, dass auf Notfallsituationen immer schnell und spontan reagiert werden muss. Die neuen Ansätze seien ein erster Schritt. Doch eine Zusammenarbeit müsse es auch über die Stadtgrenzen hinaus geben.

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