Warum Wiesbadener Politiker gegen die Parkgebühren an der Fasanerie sind

Das Wiesbadener Straßenverkehrsamt will zukünftig Kosten für das Parken an der Fasanerie erheben. Damit sind allerdings nicht alle einverstanden.

Warum Wiesbadener Politiker gegen die Parkgebühren an der Fasanerie sind

Als der Leiter des Wiesbadener Straßenverkehrsamts in der vergangenen Woche bekannt gab, dass der Parkplatz an der Fasanerie bald kostenpflichtig werden soll, stieß das bei vielen Wiesbadenern auf Unverständnis. Während das Straßenverkehrsamt darin eine Maßnahme sieht, das Verkehrschaos vor der Fasanerie einzudämmen, steht für viele Besucher des Tierparks fest: Das Verkehrsproblem wird sich dadurch nicht lösen.

„Parkgebühren lösen sicher nicht das Problem, sondern erhöhen mal wieder die Bürokratie in Wiesbaden“, schreibt Leser Armin über Facebook. Karola vermutet, dass durch die Kosten sogar Besucher vergrault werden, weil für viele Busfahren keine Option sei: „Wer fährt denn bitte mit und ohne Kids quer durch die Stadt und steigt bis zu 3 mal um?“

SPD und FDP warnen vor Konsequenzen

Vor ähnlichen Konsequenzen warnen auch Politiker von SPD und FDP. In einer Mitteilung schreibt die Wiesbadener SPD-Fraktion, dass sich darüber streiten lasse, ob Parkgebühren an der Fasanerie die richtige Maßnahme seien. „Die Fasanerie bietet gerade für Familien eine großartige Möglichkeit zur Freizeitgestaltung, gerade, weil sie ohne Eintritt der Öffentlichkeit zur Verfügung steht“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Ruf.

„Wenn der Magistrat diese Zielgruppe aber nun über Parkgebühren zur Kasse bitten möchte, erschweren wir den Besuch und riskieren das erfolgreiche und beliebte Konzept.“ - Christian Diers, FDP

Christian Diers, Fraktionsvorsitzender der Wiesbadener FDP, schließt sich an: „Wenn der Magistrat diese Zielgruppe aber nun über Parkgebühren zur Kasse bitten möchte, erschweren wir den Besuch und riskieren das erfolgreiche und beliebte Konzept“, so Diers. Einig ist man sich in beiden Parteien darüber, dass noch bessere Busverbindungen und ein Blitzer gute Maßnahmen seien, den Verkehr zumindest zu ordnen. Bevor es soweit käme, dass tatsächlich Parkgebühren an der Fasanerie erhoben werden, müssten weitere Maßnahmen geprüft werden.

Ideen der Wiesbadener

Einige Wiesbadener hätten dafür schon Ideen. Die meisten von ihnen wünschen sich eine bessere Überquerungsmöglichkeit zwischen dem Eingang der Fasanerie und dem Parkplatz. So zum Beispiel Merkurist-Leser Günter:

Das würde auch Leserin Gabriela gut finden: „Dann müssten die Autofahrer (bin ich selbst auch) bremsen“, schreibt sie über Facebook. Martina hat hingegen eine andere Idee. Sie würde lieber ein paar Euro Eintritt für den Tierpark bezahlen und dafür die Kosten für die Fahrt erlassen bekommen, wie sie es schon in einer anderen Stadt erlebt hat: „Der dortige Zoo kostet Eintritt und dafür ist ein Tagesticket für An- und Abreise inbegriffen. Fand ich gut!“ So ist es zum Beispiel auch im Kölner Zoo der Fall. Wer sein Tagesticket online bucht, bekommt einen kostenlosen Fahrausweis dazu. Das Ganze kostet dann für Erwachsene 19,50 Euro. Im Leipziger Zoo bezahlt man für das gleiche Angebot 23,90 Euro.

Eintrittsgeld für die Fasanerie zu verlangen, ist allerdings in keiner Planung der Stadt vorgesehen. Auch das Straßenverkehrsamt will das unbedingt vermeiden. Ob es hingegen in Zukunft einen Fußgängerüberweg in Form eines Zebrastreifens oder einer Ampel geben wird, will das Amt noch prüfen. (ts)

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