„Stadtstück“ in der Goldgasse schließt

Sechs Jahre lang versorgte das „Stadtstück“ die Wiesbadener mit Souvenirs und Unikaten aus ihrer Stadt. Jetzt macht der Laden dicht. Inhaber Stefan Thiele erzählt, warum es soweit kommen musste und wie es jetzt weitergeht.

„Stadtstück“ in der Goldgasse schließt

„Einmal Wiesbaden, bitte“, hieß es Jahre lang im „Stadtstück“ in der Wiesbadener Innenstadt. Wer nach Kunsthandwerk, Souvenirs, Unikaten, Büchern oder Feinkost mit Wiesbaden-Bezug suchte, war in der Goldgasse 5 richtig. Ab August müssen sich Fans des Ladens allerdings eine neue Anlaufstelle suchen. Denn dann wird das „Stadtstück“ schließen. Die Inhaber Petra Wasem-Thiele und Stefan Thiele gehen dann einen anderen Weg.

Nach sechs Jahren ist Schluss

„Wir haben das Geschäft sechs Jahre lang mühselig aufgebaut, aber jetzt mussten wir eine Entscheidung treffen.“ - Stefan Thiele, Inhaber

„Es macht uns sehr traurig“, sagt Stefan Thiele. „Wir haben das Geschäft sechs Jahre lang mühselig aufgebaut, aber jetzt mussten wir eine Entscheidung treffen.“ Ende 2013 eröffneten Stefan Thiele und seine Frau Petra Wasem-Thiele das „Stadtstück“ zunächst in der Taunusstraße. 2016 folgte dann der Umzug in die Goldgasse. Zunächst sah es gut aus für den kleinen Laden in der Innenstadt, einige Käufer wurden zu Stammkunden. Doch das reiche jetzt nicht mehr aus, um den Laden zu halten, erklärt Thiele.

„Die Leute kapieren nicht, dass sie selbst aktiv werden müssen, um zu verhindern, dass die Innenstadt verwaist.“ - Stefan Thiele

Denn insgesamt kämen einfach zu wenige Käufer ins Geschäft. Hinzu käme, dass die Mieten in der Innenstadt so hoch seien, dass es für den Einzelhandel schwer sei, zu überleben. „Die Leute kapieren nicht, dass sie selbst aktiv werden müssen, um zu verhindern, dass die Innenstadt verwaist“, sagt Thiele. „Am Ende des Tages muss bei aller Liebe zum Laden auch etwas Geld in der Kasse sein.“

Einzelhandelsterben in der Innenstadt

Mit dem „Stadtstück“ von Stefan Thiele und Petra Wasem-Thiele verschwindet ein weiteres inhabergeführtes Geschäft aus der Innenstadt. Allein im letzten Jahr machten der Fisch-Frickel in der Markstraße, der Eisenwarenhandel Ebert in der Bleichstraße und Feinkost Feickert in der Wilhelmstraße dicht. Entweder, weil es sich für sie nicht mehr lohnte, oder weil sie sich umorientieren möchten. Viele inhabergeführte Geschäfte zwingt aber auch die Konkurrenz im Internet in die Knie.

Um nicht ganz aus dem Geschäft zu verschwinden, werden sich auch die beiden „Stadtstück“-Gründer ins Netz orientieren. In Zukunft wollen sie ausgewählte Artikel aus dem „Stadtstück“ online verkaufen. „Aber das ist noch Zukunftsmusik“, so Thiele. Erst einmal möchte sich das Ehepaar nach der schönen, aber auch anstrengenden Zeit eine Pause gönnen. „Wir waren in den sechs Jahren zwei Mal jeweils 14 Tage lang im Urlaub“, erzählt Thiele. Das „Stadtstück“ hatte immerhin sechs Tage die Woche geöffnet. „Jetzt müssen wir uns erst einmal von den sechs Jahren erholen.“ (js)

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