Keine norddeutsche Küche mehr in der Taunusstraße

Zweieinhalb Jahre lang kamen Fans der norddeutschen Küche im „Strandhus Sylt“ auf ihre Kosten. Jetzt gibt es statt Matjes und Schollenfilet vor allem Wein und moderne Küche in der Taunusstraße 38.

Keine norddeutsche Küche mehr in der Taunusstraße

Zum Frühstück ein Büsumer Krabbenbrot, zu Mittag Grünkohl mit Pinkel und als Dessert Sylter rote Grütze mit Vanillesauce — wer sich nach Urlaub auf Sylt sehnte, musste bisher nicht weit fahren. Das „Strandhus Sylt“ brachte rund zweieinhalb Jahre lang ein Stück Norddeutschland in die Taunusstraße. Doch das ist jetzt vorbei.

Von der typisch norddeutschen Einrichtung ist kaum noch etwas übrig. Stattdessen sieht es in der Hausnummer 38 jetzt moderner aus. Die hellen Wände haben einen anthrazitfarbenen Anstrich bekommen, viele Holzstühle sind schwarzen Ledersesseln gewichen und auch der weiß-rote Strandkorb vor dem Lokal ist verschwunden. Das „Strandhus Sylt“ heißt jetzt „Weinbar 38“, statt Gerichten aus dem Norden gibt es Weine aus der ganzen Welt und deutsch-mediterrane Küche. Obwohl das Konzept ein ganz anderes ist, bleiben die Besitzer dieselben.

Zeit für einen Neuanfang

„Eigentlich wollten wir das von Anfang an.“ - Rolf Laufersweiler, Betreiber und Inhaber

„Eigentlich wollten wir das von Anfang an“, erklärt Betreiber Rolf Laufersweiler die Konzeptänderung. Um aus dem ehemaligen Einrichtungsgeschäft mit Restaurant, das vor dem Strandhus in den Räumen war, eine Weinbar zu machen, hätte es aber jede Menge Zeit gebraucht. „Und das war für uns vor zweieinhalb Jahren einfach nicht zu bewerkstelligen.“ Denn als er und seine Lebensgefährtin Susanne Wenzel das Strandhus eröffneten, führten sie gleichzeitig noch das Café Wenzel in der Goldgasse. Also entschieden sie sich, die vorhandenen Strukturen zu nutzen und anstatt einer Weinbar das „Sylter Strandhus“ zu eröffnen.

Jetzt, rund zweieinhalb Jahre nachdem sie das Café Wenzel schließen mussten, hatten die beiden Gastronomen endlich die Zeit und das richtige Team, um aus ihrem Strandhus eine Weinbar mit Restaurant zu machen. Gemeinsam mit Damiano del Fiore, dessen Familie jahrelang die „Pizzeria Del Fiore“ in der Goldgasse betrieb, bewirten sie die Wiesbadener jetzt vor allem abends.

Weine, Spirituosen und Antipasti

In der „Weinbar 38“, wie das Lokal jetzt passend zur Hausnummer heißt, gehen zu Beginn zwischen 30 und 40 Weine aus Europa, Südafrika, Australien und Neuseeland über die Theke. Beliefert wird die Bar vom Wiesbadener Weinhandel Vinotto. „Uns war es wichtig, einen regionalen Lieferanten mit ins Boot zu holen, der uns beraten kann“, sagt Laufersweiler. Darüber hinaus wird es Radeberger vom Fass, ein zweites wechselndes Bier und Weizenbier geben. Auch Gin, Whiskey und alkoholfreie Getränke wie Afri-Cola stehen auf der Getränkekarte. Dazu gibt es Antipasti, Salate und Flammkuchen.

Warme Küche

„Unsere Trüffeltortelloni, die es auch schon im Strandhus gab, wird es auch in der Weinbar geben.“ - Rolf Laufersweiler

Als Koch lässt es sich Laufersweiler aber auch weiterhin nicht nehmen, außer Snacks auch warme Gerichte anzubieten. Zwar stehen weder Matjes noch Fischgerichte auf der neuen Karte, ein anderes beliebtes Gericht bleibe aber bestehen: „Unsere Trüffeltortelloni, die es auch schon im Strandhus gab, wird es auch in der Weinbar geben“, sagt er. Außerdem werden auch ein Auberginen-Auflauf, eine Lasagne und eine Bouillon aus Rindfleischbrühe und Rotwein angeboten. All das sei aber noch nicht in Stein gemeißelt. „Wir wollen sehen, wie die Leute darauf reagieren und uns dann mit unserer Karte und den Weinen auf die Bedürfnisse anpassen.“

Die „Weinbar 38“ hat am 19. Juli Eröffnung gefeiert. Vorerst wird die Bar täglich ab 17 Uhr geöffnet sein. Montags bleibt das Lokal geschlossen. Die Öffnungszeiten können sich aber noch ändern. (rk)

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