Weshalb das WestEnd Café seit kurzem nur noch Flammkuchen anbietet

Schon seit dem ersten August hat das Café im äußeren Westend seine Speisekarte, auf der vorher auch Suppen, Salate und andere Gerichte zu finden waren, deutlich verkleinert. Wir haben uns erkundigt, warum das so ist.

Weshalb das WestEnd Café seit kurzem nur noch Flammkuchen anbietet

Das kleine „WestEnd Café“ an der Ecke Westend- und Scharnhorststraße ist eine beliebte Adresse im äußeren Westend zum Essen, Trinken und gemütlich zusammen sitzen. Was das Essen angeht, ist allerdings seit gut einem Monat das Angebot stark geschrumpft. Wo es vorher eine breite Auswahl an klassischer Bistro-Küche wie Suppen und Salate, aber auch lokale Snacks wie Spundekäs und Handkäs gab, ist seit Anfang August nur die Flammkuchenkarte übrig geblieben.

Reaktion auf Brief des Umweltamtes

Die neue und im Vergleich zu vorher spartanische Karte war aber keine Idee des Cafés. Vielmehr erklärt der Betreiber, sei die veränderte Karte auf eine Anweisung des Umweltamtes zurückzuführen. „Das Umweltamt hat sich erstmals am 18. September letzten Jahres schriftlich an uns gewandt. Am 31. August ist nun die letzte Frist abgelaufen“, so der Café-Betreiber. Deshalb sei die Änderung der Karte notwendig geworden.

Der Grund: Veränderte Abwassersatzung

Grund für das Einschreiten des Umweltamtes ist eine Änderung in der „Ortssatzung über die Abwasserbeseitigung im Gebiet der Landeshauptstadt Wiesbaden“, kurz „Abwassersatzung“. Diese Änderung aus dem Jahr 2017 sieht vor, dass alle „Einleiter nichthäuslichen Abwassers , in dem tierische oder pflanzliche Öle und Fette enthalten sein können, eine Fettabscheideranlage (…) grundsätzlich einzubauen“ haben. Das betrifft auch das „WestEnd Café“, obwohl der Betreiber einwendet, dass dieses lediglich eine „Aufwärmküche“ betreibe, in der - verglichen mit einer Vollgastronomie - nur wenig Fett ins Abwasser gelange.

„Grundsätzlich hat jeder Betrieb mit festbelastetem Rücklaufgeschirr eine Fettabscheideranlage einzubauen.“ - Umweltamt Wiesbaden

In den Augen des Umweltamts macht das allerdings keinen Unterschied: „Bagatellgrenzen (begrenzende Essenszahlen o.ä.) gibt es nicht. Grundsätzlich hat jeder Betrieb mit festbelastetem Rücklaufgeschirr eine Fettabscheideranlage einzubauen.“

Nur eine vorläufige Lösung

Eine solche Anlage werde man in keinem Fall einbauen, so der Chef des WestEnd Cafés. Denn das könne in der geforderten Größe schnell fünfzehn- bis zwanzigtausend Euro kosten - das sei für einen so kleinen Betrieb außerdem unsinnig. Auch die Wartung und Reinigung seien problematisch. Deswegen habe man sich entschieden, nur noch Flammkuchen anzubieten. Die zum Servieren benutzten Holzbretter kämen nicht mit Fett in Berührung, deshalb käme man so um den Einbau einer Fettabscheideranlage herum. Das sei aber nur eine vorläufige Lösung, denn eine endgültige Entscheidung des Amts stehe noch aus.

„Man hat uns vorgeschlagen, in Zukunft Einweggeschirr zu verwenden. Das kommt für uns aber gar nicht infrage“ - Betreiber des WestEnd Cafés

„Man hat uns alternativ vorgeschlagen, in Zukunft stattdessen Einweggeschirr zu verwenden. Das kommt für uns aber gar nicht infrage“, setzt er hinzu. Schon allein wegen der Ressourcenverschwendung. Die Karte werde deshalb aller Voraussicht nach so bleiben, wie sie jetzt ist. Einen großen Schaden habe das Café davon nicht - schade allerdings sei es schon. (nl)

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