Ein kleiner Verein will wieder bezahlbaren Wohnraum für Wiesbadener schaffen

Eine bezahlbare Neubauwohnung in der Landeshauptstadt zu bekommen, ist fast unmöglich. Der Verein „Lobby-Wohnhilfe“ will helfen - mit einem neuartigen Konzept.

Ein kleiner Verein will wieder bezahlbaren Wohnraum für Wiesbadener schaffen

Wer in Wiesbaden auf der Suche nach einer Wohnung ist, braucht in den meisten Fällen viel Geduld. Und wer ein eher kleines Portemonnaie hat und in ein ganz neues Heim einziehen will, hat ganz schlechte Karten. Bezahlbare Neubauwohnungen sind in der Landeshauptstadt selten. Hohe Grundstückspreise und stark gestiegene Baukosten lassen auch die Mietkosten exponentiell ansteigen. Der kleine Wiesbadener Verein „Lobby-Wohnhilfe“ will das Problem mit einer neuen Genossenschaft lösen.

Kleinstwohnungen Mangelware

„Wir wollen es ermöglichen, dass Familien eine bezahlbare Wohnung bekommen“ - Benedikt Schwaderlapp, Vereinsvorsitzender

„Wir wollen es ermöglichen, dass Familien eine bezahlbare Wohnung bekommen und zum Beispiel auch Singles in Wiesbaden für 400 Euro Warmmiete eine Neubauwohnung bekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Benedikt Schwaderlapp. Vor allem Kleinst- und Singlewohnungen sind in Wiesbaden Mangelware.

Deshalb hat „Lobby-Wohnhilfe“ die Wohnbau-Genossenschaft „basic e.G.“ gegründet — basic, was so viel bedeutet wie das grundsätzlich Ausreichende. Und da setzt die Genossenschaft an. Durch Wohnflächenreduzierung im Individualbereich werde am ehesten Bezahlbarkeit erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung. „Co-Working und Carsharing liegen im Trend, dieser Grundsatz wird in unserer Genossenschaft aufs Wohnen übertragen“, erklärt Schwaderlapp.

„Co-Living“ für Wiesbaden?

„Jeder nutzt seinen individuellen Wohnbereich und zusätzliche Gemeinschaftsräume.“ - Benedikt Schwaderlapp, Vereinsvorsitzender

Also könnte in Wiesbaden bald „Co-Living“ Realität werden. Schwaderlapp sieht eine Menge Vorteile in diesem Konzept. Die alte WG-Idee werde neu belebt: „Jeder nutzt seinen individuellen Wohnbereich und zusätzliche Gemeinschaftsräume“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Jeder Bewohner habe im Prinzip 105 Quadratmeter Wohnfläche, doch Teile davon muss er sich mit anderen teilen. „Je größer ein Wohnprojekt, desto mehr Infrastruktur ist denkbar“, so Schwaderlapp.

So weit die Theorie. Aber damit Neubauten überhaupt realisiert werden können, werden auch Grundstücke benötigt. Und hier sieht auch Schwaderlapp die größte Hürde. Er hofft auf die Unterstützung der Kirche, die in der Innenstadt, in Bierstadt und Rambach Grundstücke für eine neue Nutzung freimachen will. Auch nimmt Schwaderlapp seit Jahren am Runden Tisch „Gemeinschaftliches Wohnen“ der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) teil, etwas Konkretes ist dabei jedoch noch nicht herausgekommen.

Treffen für Interessierte

Aber auch ohne Grundstück will der Verein die Genossenschaftsgründung weiter voranbringen. Damit ein erstes Projekt realisiert werden kann, ist die Genossenschaft noch auf der Suche nach investierenden Mitgliedern, die sich an Konzept und Idee beteiligen wollen.

Ein Treffen für Interessierte soll am Freitag, den 5. April um 19 Uhr in der Pfarrei St. Birgid, Birgidstraße 2 in Bierstadt stattfinden. Der Verein bittet um eine Anmeldung per E-Mail an benedikt.schwaderlapp@lobby-wohnhilfe.de (js)

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