Corona sorgt für Verzögerungen beim Neubau der Citypassage

Noch immer steht die Citypassage in der Kirchgasse leer. Eigentlich sollte schon längst über den Neubau verhandelt werden, doch die Corona-Krise bremst das Neubauprojekt derzeit aus.

Corona sorgt für Verzögerungen beim Neubau der Citypassage

Die Wiesbadener Innenstadt hat in den vergangenen Jahren viele Veränderungen durchlebt. Gerade rund um die Fußgängerzone in Kirch- und Langgasse haben neue Gebäude und Geschäfte das Bild der Innenstadt nachhaltig verändert. Eine große Ausnahme bildet da die Citypassage. Das vor drei Jahren geschlossene Einkaufszentrum zwischen Kirchgasse und Schwalbacher Straße fristet ein trauriges Dasein und wird von manchen Wiesbadenern gerne als „Schandfleck“ gezeichnet.

Schon seit 2016 arbeitet die Stadt an einem neuen Konzept für den Ort. Nach vielen Verhandlungen konnte sich die Stadtverordnetenversammlung im Juni 2019 schließlich darauf einigen, das Gebäude an den Düsseldorfer Investor „Development Partner“ (DP) zu verkaufen. Wie Rainer Emmel, Geschäftsführer der für den Verkauf der Passage verantwortlichen WVV Wiesbaden mitteilt, konnten sich beide Partner im März dieses Jahres auf einen Vertrag einigen.

Verzögerungen durch Corona

Laut Emmel gebe es eine „grundsätzliche Verständigung“ über die angepassten Eckpunkte. „Dabei werden auch die zwischenzeitlich erheblich veränderten Baukosten in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt“, so Emmel weiter. Doch durch die Corona-Krise wurden die Verhandlungen nicht nur mit dem Käufer der Passage erschwert. Laut den Plänen sollen in die neu gestaltete Citypassage neben Wohnungen vor allem Einzelhändler und ein Hotel einziehen. Gerade aber diese beiden Branchen wurden durch die Krise hart getroffen, sodass sich die Verhandlungen mit potentiellen Mietern in der Passage sehr schwierig gestalten.

„Die Verhandlungspartner sind deshalb übereingekommen, die Gespräche über die Vertragsdetails weiterzuführen und abschließend zu verhandeln, so dass eine Behandlung in den Gremien erfolgen kann“, erläutert Emmel. Daher wird sich auch die endgültige Vertragsunterzeichnung zunächst verschieben, bis eine Entspannung der Corona-Pandemie absehbar sei. Emmel bleibt aber zuversichtlich: „Ziel der Eigentümerin WVV bleibt jedoch, vorausgesetzt die Corona-Einschränkungen werden weiter abgebaut, nach der Sommerpause zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen.“ Die Wiesbadener werden sich also weiterhin gedulden müssen, bis erste Veränderungen an der Citypassage zu erkennen sind. Laut Emmel wird es in diesem Jahr noch zu keinen Bauarbeiten kommen.

Hintergrund

Die Pläne der Stadt und DP sehen vor, die bestehende Citypassage komplett abzureißen und durch ein offenes Stadtzentrum mit dem Namen „Quartier Fünfgassen“ zu ersetzen.Auf insgesamt 23.000 Quadratmetern auf bis zu sechs Stockwerken sollen 8500 Quadratmeter unter 30 bis 35 Läden und Restaurants aufgeteilt werden. Diese sollen sich auf der sogenannten Marktstraße verteilen, die mit einem Glasdach versehen und dadurch witterungsgeschützt werden soll. 4000 Quadratmeter sind für 40 bis 45 Wohnungen in begehrter Innenstadtlage vorgesehen. Auf weiteren 2000 Quadratmetern entstehen ein drei bis vier Sterne Business-Hotel mit etwa 220 Zimmern und ein Fitness-Center. (js/ts)

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