Grünes Licht für Ostfeld: Wiesbaden bekommt einen neuen Stadtteil

Neue Wohnungen für bis zu 12.000 Menschen

Grünes Licht für Ostfeld: Wiesbaden bekommt einen neuen Stadtteil

Die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstag dem Grundsatzbeschluss für den neuen Stadtteil Ostfeld beschlossen. Damit wird der Weg frei gemacht für neue Wohnungen für bis zu 12.000 Menschen sowie einen neuen zentralen Neubau des Bundeskriminalamts.

Der Entscheidung war eine mehrstündige hitzige Debatte zwischen der Kooperation und der Opposition vorausgegangen. Stadtenwticklungdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) bezeichnete die Entscheidung als einen Tag, der in die Geschichte Wiesbadens eingehe. Durch steigende Mietpreise und wachsende Bevölkerungszahlen sei das Ostfeld der beste Weg für die Zukunft der Stadt. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende unterstrich, dass das Ostfeld durch moderne Bauweise besonders nachhaltig werde.

Kritik an dem neuen Stadtteil gab es vor allem von der Fraktion der Linken & Piraten. Der Fraktionsvorsitzende Hartmut Bohrer verwies auf eine Klimastudie, nach der der neue Stadtteil für Kastel, Kostheim sowie die Mainzer Innenstadt die Zuströme von Kaltluft abschneide. Zudem kritisierte die Fraktion, dass der Anteil von Sozialwohnungen mit 30 Prozent zu gering sei. Kessler bezeichnete die genannten Klimastudien als unwahr und „totalen Unsinn.“ Die unabhängigen Studien der Stadt würden zu anderen Ergebnissen kommen.

Demo vor dem Kurhaus

Gegen den neuen Stadtteil demonstrierten auch rund 30 Personen vor dem Kurhaus, in dem die Stadtverordnetenversammlung corona-bedingt tagte. Mit dabei auch der Erbenheimer Landwirt Rolf Schaab, dessen Grundstücke für den neuen Stadtteil an die Stadt übergehen sollen. Für ihn sei der angebotene Quadratmeterpreis von 12 Euro zu wenig - besonders, weil die Stadt das Land für 1000 Euro an Investoren weiterverkaufe. Falls er und andere Eigentümer nicht bereit sind, ihr Land zu verkaufen, droht ihnen die Enteignung.

So weit solle es aber möglichst nicht kommen, so Dezernent Kessler. Von insgesamt 47 Eigentümern von Flächen am geplanten Ostfeld wären bisher nur acht nicht bereit, ihr Land zu verkaufen. Kessler sei zuversichtlich, dass man auch hier in den nächsten Jahren zu einem positiven Ergebnis komme.

Hintergrund

Der neue Stadtteil Ostfeld zwischen Erbenheim und Kastel soll Wohnungen für bis zu 12.000 Menschen schaffen. Neben Wohungen soll dort auch Platz für Gewerbe, Schulen und Kitas geschaffen werden. Zudem will das Bundeskriminalamt in dem Stadtteil einen neuen Zentralbau errichten. Insgesamt geht die Stadt von Kosten von rund 220 Millionen Euro aus. Ende des Jahrzehnts sollen die ersten Mieter dort einziehen können. (mm)

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