Immer mehr Nosferatu-Spinnen auch in Wiesbaden?

In der Rhein-Main-Region wird die Nosferatu-Spinne allmählich heimisch. Grund sind Touristen und der Klimawandel. Warum wir uns trotzdem nicht fürchten müssen.

Immer mehr Nosferatu-Spinnen auch in Wiesbaden?

Wer vor krabbelnden Achtbeinern Angst hat, wird wahrscheinlich beim Anblick der Nosferatu-Spinne erst einmal einen gehörigen Schreck bekommen. Denn die Spinne fällt auf, nicht nur wegen ihres Rückenmusters, sondern auch wegen ihrer Größe. Im Durchmesser wird sie bis zu sechs Zentimeter groß, wirkt aber durch ihren langen Körper weitaus größer. Dank ihrer Hafthaare kann sie auch senkrechte Glasscheiben nach oben laufen.

Die Kräuseljagdspinne, wegen der Rückenzeichnung auch Nosferatu-Spinne genannt, wird in der Region allmählich heimisch. Eigentlich lebt sie in lichten Wäldern rund um das Mittelmeer. Durch Touristen und den Klimawandel kommt sie jedoch zunehmend auch zu uns.

Wie Rainer Michalski von der Nabu-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe berichtet, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder solche Spinne bei ihm gemeldet. Die Art sei inzwischen in Mainz weit verbreitet (wir berichteten). Bei den Kollegen des Nabu Wiesbaden und des Nabu Landesverbands Hessen sind zwar keine Fälle bekannt, doch zeigt sich im Atlas der Spinnentiere Europas, dass immerhin zwei Funde im Wiesbadener Stadtgebiet eingetragen sind. Dort wird auch ersichtlich, dass die Tiere tatsächlich eher auf der anderen Rheinseite auftauchen. Doch breiten sie sich allmählich deutschlandweit aus, bis in den Norden hinein. So wurde 2020 erstmals in Bremen eine Nosferatu-Spinne entdeckt.

Gefährlich ist die Spinne aber normalerweise nicht. Nur wenn sie sich in die Enge getrieben fühle, könne sie auch mal beißen. Die Bisse sind zwar schmerzhaft und giftig, aber harmloser als ein Wespenstich. „Nach zwei Tagen sind eventuelle Schwellungen abgeklungen, also alles in allem harmlos“, ist beim Nabu zu erfahren.

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