Rund die Hälfte aller Bushaltestellen in Wiesbaden ohne Wetterschutz

Fast die Hälfte aller Haltestellen in Wiesbaden hat kein Dach. Warum ist das so? Das haben wir die Stadt Wiesbaden gefragt.

Rund die Hälfte aller Bushaltestellen in Wiesbaden ohne Wetterschutz

Wer in Wiesbaden den Bus nutzt, braucht bei schlechtem Wetter oft einen Schirm. Denn an gut der Hälfte aller Haltestellen gibt es keine Überdachung, die vor Regen oder Wind schützt. Das teilt die Stadt Wiesbaden auf Anfrage mit.

„Derzeit sind 388 Haltestellenpositionen nicht überdacht“, so der Referatsleiter für öffentliche Mobilität und lokale Nahverkehrsorganisation. Reine Ausstiegs- und Wartepositionen herausgerechnet entspreche das einem Anteil von rund 48 Prozent der Haltestellen im Stadtgebiet. Laut der Stadt handelt es sich dabei um Haltestellen, die vergleichsweise selten genutzt werden. Überdacht sind aktuell 408 Haltestellen.

Mindestens 500 Fahrgäste für ein Dach

Ob eine Haltestelle einen Wetterschutz bekommt, hängt von klaren Kriterien ab. Wie die Stadt erklärt, werden neue Haltestellen grundsätzlich erst einmal ohne Wartehäuschen gebaut. Nach drei Jahren wird dann geprüft, wie viele Menschen den Stopp tatsächlich nutzen.

Bleibt die Haltestelle bestehen, ist die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste entscheidend. Ein Witterungsschutz ist laut dem lokalen Nahverkehrsplan erst vorgesehen, wenn die Zahl der Ein- und Aussteigenden bei mindestens 500 Personen pro Tag liegt. Bei weniger frequentierten Haltestellen ist eine Überdachung nur nach einer Einzelfallprüfung möglich.

Werbepartner baut Unterstände

Grundsätzlich spreche nichts gegen Unterstände, so die Stadt. Die Errichtung und der Betrieb seien jedoch mit Kosten verbunden, die in Wiesbaden vom Werbepartner getragen werden. Die vertragliche Regelungen verpflichtet die Werbefirma zwar zum Bau neuer Überdachungen, eine vollständige Ausstattung aller Haltestellen sei jedoch „faktisch nicht möglich“ und bei wenig genutzten Stopps auch „wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagt der zuständige Referatsleiter.

Ab dem 1. Juli 2026 gilt ein neuer Werbenutzungsvertrag mit der Firma Deutsche Plakat-Werbung. Dieser Vertrag läuft bis 2041 und verpflichtet das Unternehmen, in diesem Zeitraum insgesamt 100 neue Fahrgastunterstände im Stadtgebiet zu errichten.