Das Schloss Freudenberg bekommt einen „Späti“

Der Waldkiosk am Schloss Freudenberg wird ab Anfang Juni zu einem Späti. Dort sollen sich Künstler und Kunstverliebte auch in der Nacht treffen, zusammen ihre Kunst ausüben und anstoßen können.

Das Schloss Freudenberg bekommt einen „Späti“

Im Außenbereich des Schloss Freudenbergs wird es bald auch in der Nacht bunt und laut. Denn aus dem Waldkiosk, der zuvor nur tagsüber geöffnet war, wird ab Anfang Juni zusätzlich ein Nacht-Wald-Kiosk. Der Kiosk soll aber nicht nur für Getränke und Snacks da sein.

„Ein Ort, an dem sich KünstlerInnen und Kunstverliebte aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammenfinden, und ein jeder weiß, dieser Abend wird bunt.“ - Christina Hermainski, Schloss Freudenberg

„Die KünstlerInnen von Schloß Freudenberg sehnen sich nach einem Ort, an dem man zusammensitzen, philosophieren, sprechen, rauchen, trinken, lachen und tanzen kann“, erklärt Christina Hermainski vom Schloss Freudenberg die Idee. „Ein Ort, an dem es Musik gibt, Geprobtes gezeigt wird, Ungeprobtes gewagt wird. Ein Ort, an dem sich KünstlerInnen und Kunstverliebte aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammenfinden, und ein jeder weiß, dieser Abend wird bunt.“ Und genau das soll der neue Nacht-Wald-Kiosk werden.

Getränke, Demeter-Pizza und eine Partnerschaukel

Ab Donnerstag, den 4. Juni, immer von Donnerstag bis Sonntag und von 18 bis 24 Uhr, oder auch länger, wird der Waldkiosk also zum „Späti“. Es werden Wein, Bier, Radler, Gin Tonic, Prosecco und Aperol Spritz ausgeschenkt, aber auch alkoholfreie Getränke wie Limos und Colas. Wer hungrig ist, bekommt eine Pizza aus bio-dynamischen Demeter-Produkten und süße Crêpes.

Die Besucher können sich mit ihren Getränken und Snacks hinsetzen, den Künstlern zusehen, oder mitmachen. Dafür wurde der Waldkiosk etwas verändert: „Wir haben unseren Waldkiosk ein wenig verwandelt, so dass man jetzt unter einem Zirkusdach sitzt, Besuch von Glühwürmchen und Schmetterlingen bekommt und den Duft von Zitronenmelisse, Rosmarin und Rosen in der Nase hat“, sagt Hermainski. Außerdem warte die „größte Partnerschaukel Hessens“ auf die Gäste des „Spätis“.

Idee gemeinsam mit Schauspielerin entwickelt

Die Idee hinter dem Nacht-Wald-Kiosk entstand gemeinsam mit der Schauspielerin und Regisseurin Katharina Schenk. Sie sei nach 10 Jahren nach Wiesbaden zurückgekehrt, um das Projekt „Freudenberg“ weiterzuentwickeln. Schon im Oktober 2019 habe man gemeinsam die Bar „Marie & James“ eröffnet, um freie Künste zu vereinen, Happenings und Konzerte zu veranstalten, so Hermainski. „Jetzt ist Sommer und es zieht uns nach draußen.“

Ähnliches Konzept gab es früher schon einmal

„Insofern ist unser Waldkiosk auch Denkmalpflege.“ - Christina Hermainski

Einen Ort wie den Waldkiosk gab es eigentlich schon immer im Schloss Freudenberg, erzählt Hermainski. Schon um 1908, kurz nachdem das Schloss Freudenberg eröffnet wurde, gab es im Schlosspark ein tempelartiges Teehaus. Auch dort empfing man Künstler, es fanden Lesungen und kleine Konzerte statt. Diesen gibt es zwar schon lange nicht mehr, die Idee eines französischen „kiosque“, also eines offenen Gartenpavillons, blieb aber. Auch die letzte Schlossbesitzerin, die US-Airforce, unterhielt eine Bar im Erdgeschoss mit Außenbewirtung. „Insofern ist unser Waldkiosk auch Denkmalpflege“, so Christina Hermainski.

Das Schloss öffnet am 4. Juni wieder

Neben dem neuen Nacht-Wald-Kiosk hat die Gesellschaft „Natur & Kunst gemeinnütziger e.V. Schloß Freudenberg“ auch noch andere Neuerungen einführt. Nachdem das Schloss aufgrund der Corona-Krise geschlossen war, öffnet es mit dem neuen Automatentheater „Himmel & Hölle“ ab dem 4. Juni wieder seine Türen. Der Schlosspark ist zwar schon wieder geöffnet, doch auch dort habe sich etwas verändert. So gebe es jetzt unter anderem eine gezeichnete Parkkarte, die durch alle 53 Kunstwerke und Erlebnisse führt.

„Wir sind im Jetzt und auf Null. Das ist unsere Spezialität, denn wir wissen, man kann an keiner Stelle bei eins beginnen.“ - Christina Hermainski

Die Krise selbst sei zwar auch für das Projekt Schloss Freudenberg beängstigend, aber etwas langsam wieder aufbauen zu müssen, ist für die Verantwortlichen der „Gesellschaft Natur & Kunst“ nichts neues. Denn als sie das Haus 1993 übernommen haben, befand sich das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand. Seither wird es stetig saniert und weiterentwickelt. „Wir sind im Jetzt und auf Null“, sagt Hermainski dazu. „Das ist unsere Spezialität, denn wir wissen, man kann an keiner Stelle bei eins beginnen.“ (df)

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