So sieht die Zukunft des Palasthotels am Kranzplatz aus

Über Jahrzehnte war das Palasthotel die Adresse für Promis, die über Nacht blieben. Seit den 70ern befinden sich in dem Gebäude Sozialwohnungen, Geschäfte und Gastronomie. Doch der Saal mit Glaskuppel im Innenhof steht leer. Was ist dort geplant?

So sieht die Zukunft des Palasthotels am Kranzplatz aus

Seit über 100 Jahren thront der prächtige Bau mitten in Wiesbaden — direkt am Kranzplatz, neben Kochbrunnen und Staatskanzlei. Das ehemalige Palasthotel entstand in den Jahren 1903 bis 1905 anstelle zwei alter Badehäuser. Schnell wurde das Hotel damals zu einem der größten Hotels Wiesbadens, wo viele Promis und Sternchen ihren Kopf königlich betteten. Schon seit einigen Jahrzehnten wird das Palasthotel anderweitig genutzt, doch der Saal mit Glaskuppel im Innenhof steht leer.

Verschwendung?

Wird das besondere Ambiente des Saals verschwendet? In einer Anfrage wollen die Grünen von der Stadt Wiesbaden wissen, was für den Saal mit der Kuppel geplant ist und wie generell die Zukunft des ehemaligen Palasthotels aussieht. Klar ist, dass zumindest der gesamte Bau des ehemaligen Palasthotels sinnvoll genutzt wird: Seit es in den Jahren 1967 und 1977 umgebaut wurde, sind in dem Gebäude geförderte Wohnungen entstanden — eine der ungewöhnlichsten Umnutzungen eines Grandhotels.

Und auch sonst brummt es in dem Gebäude: Neben den Sozialwohnungen finden sich auch Einzelhandel, Gastronomie und Jugendverbände in der Immobilie. Nur der große Saal im Innenhof steht leer. Die Grünen fragen sich, ob der Verwalter, die Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) , dafür schon etwas geplant hat. „Das Gebäude gehört der GeWeGe und wird von der GWW verwaltet“, bestätigt Sozialdezernent Christoph Manjura. Bis zum 15. Januar 2016 seien die Gewerbeflächen im Innenhof an die Wiesbadener Berufsschule für Kosmetik vermietet gewesen. Seit dem steht der Saal leer.

Befristete Vermietung

„Derzeit bestehen keine konkreten Planungen im Hinblick auf eine zukünftige Nutzung.“ - Christoph Manjura, Stadtrat

Doch wie geht es weiter? „Derzeit bestehen keine konkreten Planungen im Hinblick auf eine zukünftige Nutzung“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Derzeit werden sie gegen Zahlung eines Pauschalbetrages befristet an kulturelle Einrichtungen vermietet. Das wird sich auch in der nächsten Zeit erstmal nicht ändern, wie Manjura mitteilt.

Außerdem wollten die Grünen noch wissen, ob eine kulturelle Nutzung des Saals möglicherweise im Konflikt zu anderen Nutzungen innerhalb des Gebäudes stehen würde. Auch darauf haben Manjura und das Dezernat für Soziales, Bildung, Wohnen und Integration eine Antwort: Grundsätzlich spreche nichts dagegen, dass kulturelle Einrichtungen den Saal auch langfristig zu den marktüblichen Konditionen anmieten können.

Langfristige Vermietung nicht ausgeschlossen

„Auch eine gastronomische Nutzung ist ausgeschlossen.“ - Christoph Manjura, Stadtrat

Allerdings seien dabei die spezifischen Gegebenheiten des Grundstücks und der Immobilie zu berücksichtigen, zum Beispiel die Schallwirkung, die der Innenhof auf die nach innen gerichteten Mieterbalkone hätte. „Das würde nach Ansicht der GeWeGe/GWW eine permanente publikumsintensive Nutzung ausschließen“, erklärt Manjura. Und wer jetzt denkt, der Saal eignet sich doch optimal für ein Restaurant, irrt: „Auch eine gastronomische Nutzung ist ausgeschlossen, da die hierfür notwendigen Ausstattungen, wie zum Beispiel ein Fettabscheider — Geräte, die Öle und Fette vom Abwasser trennen — nicht vorhanden sind.“ (nl)

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