Muss der Unverpackt-Laden in Wiesbaden bald schließen?

Viele Unverpackt-Läden in Deutschland stehen vor dem Aus, denn es fehlen die Kunden. Wie ist die Lage bei den beiden Unverpackt-Läden in Wiesbaden und Mainz?

Muss der Unverpackt-Laden in Wiesbaden bald schließen?

Abdelmajid Hamdaoui ist verärgert. Er bangt seit einiger Zeit um das Fortbestehen seines Ladens, denn die Kunden werden immer weniger. 2015 beschloss er einen Unverpackt-Laden nach Mainz zu bringen und eröffnete somit den dritten Unverpackt-Laden in Deutschland. Fünf Jahre später, im September 2020, kam die Eröffnung einer weiteren Filiale hinzu, diesmal in Wiesbaden.

Das Thema Nachhaltigkeit liege Hamdaoui aber nicht erst seit der Eröffnung seines ersten Unverpackt-Ladens am Herzen, sagt er. Acht Jahre lang verkaufte er in seinem Geschäft „BrotPosten“ Brot, das am Vortag in den Bäckereien liegen blieb. Doch seit zwei Jahren scheine das Thema nachhaltig einkaufen an Wichtigkeit zu verlieren.

Erst kam Corona, dann Ukrainekrieg und Energiekrise

Seit der Corona-Pandemie verliere Hamdaoui immer mehr Kunden. Zunächst aufgrund der damals geltenden Coronaregeln für den Einzelhandel. Nachdem diese weggefallen waren, kamen der Ukrainekrieg und die Energiekrise. Beides habe dazu beigetragen, dass die Menschen noch weniger in den Unverpackt-Läden einkaufen. „Sie besorgen ihre Lebensmittel jetzt vor allem in den Discountern, weil sie sparen wollen. Sie haben Angst, dass ihr Geld nicht mehr reicht“, so der Geschäftsführer.

Das habe dazu geführt, dass der erste Unverpackt-Laden Deutschlands schon schließen musste, ist er überzeugt. In Speyer, Trier und Bad-Kreuznach stehe die Frage der Schließung im Raum. Dies sei für Hamdaoui gerade in der aktuellen Zeit sehr schwer zu verstehen, denn die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz seien so aktuell wie nie. „Jeder geht auf die Demos von Fridays for Future, aber das, was sie dort fordern, setzen sie in ihrem Alltag nicht um“, sagt Abdelmajid Hamdaoui verärgert.

Für ihn stehe die Schließung seines Geschäfts nicht auf der Tagesordnung. Doch wenn immer weniger Kunden in seinem Unverpackt-Laden einkaufen, sei auch er gezwungen seine beiden Filialen aufzugeben. Positive Nachrichten gibt es dennoch. Den Menschen der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ aus Mainz und Greenpeace Mainz sei Hamdaoui dankbar, da er von ihnen mit verschiedenen Aktionen unterstützt werde. Jedoch sei dies zu wenig, so der Geschäftsführer. „Wir brauchen wieder Leute, die nachhaltig und umweltbewusst einkaufen wollen.“

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