Die Stadt Wiesbaden will nach eigenen Angaben den Boden als Ressource besser schützen und dafür neue Wege in der Stadtentwicklung gehen. Daher hat die Stadtverordnetenversammlung ein neues Konzept für das Bodenmanagement beschlossen.
Bei Bau- und Planungsvorhaben soll der Schutz des Bodens künftig systematisch berücksichtigt werden. Das gelte etwa beim Wohnungsbau oder der Entwicklung von Gewerbeflächen. Mit dem neuen Konzept soll es „attraktiver werden“, Bauvorhaben auf Flächen mit geringerer Bodenqualität umzusetzen, während hochwertige Böden besser geschützt würden, so die Stadt weiter.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende erklärt dazu: „Wiesbaden braucht Wohnraum und muss zugleich verantwortungsvoll mit seinen Böden umgehen. Das Bodenmanagementkonzept schafft dafür einen verlässlichen Rahmen und hilft dabei, eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu sichern.“
Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger sagt dazu: „Mit dem neuen Konzept wollen wir eine knappe und wertvolle Ressource besser schützen, indem wir die Bodenversiegelung begrenzen und steuern.“ Böden seien die Grundlage der Nahrungsmittelproduktion, würden Wasser speichern, das Klima regulieren und Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten.
So funktioniert das neue Punktekonto
Ein zentrales Element des Konzepts sei das sogenannte Bodenkontingent. Für Wiesbaden wurde ein Gesamtbudget von 1044 Bodenindexpunkten festgelegt. Dieses funktioniert künftig wie ein Punktekonto. Für Bauvorhaben, die neue Flächen im Außenbereich beanspruchen, werden Punkte von diesem Konto „abgebucht“.
Die Anzahl der Punkte hängt von der Größe der Fläche und der Qualität des Bodens ab. Je wertvoller der Boden und je größer das Bauprojekt, desto mehr Punkte werden fällig. Da das Kontingent begrenzt ist, steht nur eine bestimmte Menge an Bodenpunkten zur Verfügung. Das Konzept wurde vom Umweltamt und dem Stadtplanungsamt entwickelt und gilt nach dem Beschluss offiziell als „städtebauliches Entwicklungskonzept“. Es soll dabei helfen, die Auswirkungen von Bauvorhaben auf den Boden transparenter zu bewerten und Standorte bewusster auszuwählen.