Was die Stadt gegen Müllsünder tut

Immer wieder landet Sperrmüll vor Wiesbadener Haustüren. Werden die Verursacher zur Rechenschaft gezogen?

Was die Stadt gegen Müllsünder tut

Auch in Zeiten, in denen die Wiesbadener die meiste Zeit zuhause sein sollten, verursachen sie Müll. Der landet zwar zurzeit trotz weniger Sperrmüll-Termine und geschlossener Wertstoffhöfe etwas seltener auf der Straße, wie die Entsorgungsbetriebe der Stadt (ELW) bestätigen, das Problem bleibt aber trotzdem bestehen. Merkurist-Leserin Celina beobachtet oft, wie Müll vor den Türen landet und fragt sich, was dagegen getan wird:

In Wiesbaden sorgen die ELW regelmäßig dafür, dass dieser Müll abgeholt, Papierkörbe geleert und die Straßen sauber gehalten werden. Damit die Wiesbadener der ELW Müll auf den Straßen melden können, gibt es außerdem die App „Sauberes Wiesbaden“. Wenn am Straßenrand, im Wald oder an anderen Stellen im Stadtgebiet illegale Müllablagerungen wie Sperrmüll gefunden werden, dann kommt das Umweltamt zum Einsatz. Es prüft, ob es Hinweise zum Verursacher des Mülls finden kann. Ist dem so, dann muss der Müllsünder mit einem Bußgeld zwischen 100 und 1000 Euro rechnen — je nach Schwere des Verstoßes.

Nur in 65 Fällen Verursacher ermittelt

Wie das Umweltamt auf Anfrage mitteilt, wurden in den Jahren 2019 und 2020 bisher rund 1100 illegale Müllablagerungen gemeldet. Daraufhin hat es allerdings nur 65 Bußgeldverfahren eingeleitet und Strafen in Höhe von insgesamt 7500 Euro verhängt.

Denn in nur 5 bis 10 Prozent der Fälle kann das Umweltamt den Verursacher tatsächlich finden und ihn dafür belangen. In allen anderen Fällen muss das Geld, das aufgebracht wird, um den Müll zu entfernen, aus Steuergeldern bezahlt werden — und fehlt dann an anderer Stelle. (ts)

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