Warum tragen die Wiesbadener Elektrobusse keine E-Kennzeichen?

Auf den Kennzeichen einiger Elektrofahrzeuge steht am Ende ein „E“, um auf ihren emissionsarmen Antrieb hinzuweisen. Die Elektrobusse der ESWE Verkehr tragen kein solches Kennzeichen. Warum ist das so?

Warum tragen die Wiesbadener Elektrobusse keine E-Kennzeichen?

Rund 340 Elektroautos fahren mittlerweile durch Wiesbaden. Fast geräuschlos bahnen sie sich ihren Weg täglich durch die Stadt. Erkennen kann man viele von ihnen nicht nur durch ihre geringe Lautstärke, sondern auch durch ein anderes Nummernschild. Denn bei einigen E-Autos steht am Ende des Nummernschilds ein „E“. Es weist darauf hin, dass das Fahrzeug einen emissionsfreien Antrieb hat. Merkurist-Leserin Petra fragt sich, warum das bei den zehn Elektrobussen der ESWE Verkehr nicht genauso ist.

Die E-Kennzeichen gibt es in Deutschland erst seit 2015. Seitdem dürfen neben Haltern von Elektroautos auch die von Plug-In-Hybridfahrzeugen und Brennstoffzellenautos ein solchen Kennzeichen beantragen. Pflicht ist das zwar nicht, die Halter der gekennzeichneten Autos genießen aber in einigen Kommunen Vorteile gegenüber Benzin- und Dieselfahrern. In Wiesbaden können sie zum Beispiel teilweise umsonst parken.

Verschiedene Gründe

Für Busse spielen solche Vorteile keine Rolle. Sie benötigen keine kostenfreien Parkplätze im Stadtgebiet. Es gibt aber noch andere Gründe, warum die E-Busse von ESWE Verkehr kein „E“ im Nummernschild tragen. „Ob und wer ein E im Kennzeichen erhält, ist grundsätzlich eine Entscheidung der zuständigen Zulassungsbehörde“, erklärt ESWE Verkehr-Sprecher Christian Giesen. „Diese hat das für unsere Busse nicht vorgesehen.“

„Da wird es vom Platz her schon recht eng, wenn hier nun überall noch der Buchstabe E mit auf das Schild drauf müsste.“ - Christian Giesen, ESWE Verkehr

Wirklich traurig scheint man darüber bei ESWE Verkehr nicht zu sein. Wie Giesen erklärt, habe man auf den Nummernschildern ohnehin schon wenig Platz. Auf diesen steht nämlich bereits neben der Ortsmarke „WI“ ein „VG“ für Verkehrsgesellschaft, eine „1“ und dahinter die individuelle Busnummer. Im Fall der E-Busse sind es aktuell die Ziffern 100 bis 109. „Da wird es vom Platz her schon recht eng, wenn hier nun überall noch der Buchstabe E mit auf das Schild drauf müsste“, so Giesen.

Auch ohne Kennzeichen erkennbar

Dass es sich bei den Bussen von ESWE Verkehr um Elektrobusse handelt, erkenne man aber auch ohne das „E“ im Kennzeichen. Vor allem durch den Modellnamen „eCitaro“ vom Hersteller Mercedes-Benz — dieser trägt immerhin ein „E“ im Namen. Und wenn es die Wiesbadener nicht am Namen erkennen, dann wahrscheinlich zumindest daran, dass die Busse viel leiser sind, als ihre Dieselvarianten. Neben ihrem umweltfreundlicheren Antrieb ist nämlich auch die geringe Lautstärke der Busse ein Punkt, warum der ESWE Verkehr-Fuhrpark in Zukunft nur noch aus E- und Wasserstoff-Bussen bestehen soll. (js)

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