Telefon statt Termin: Warum bietet das Finanzamt aktuell keine Spontan-Termine an?

Aufgrund der Coronapandemie schloss das Finanzamt im März seine Türen für den Publikumsverkehr. Seit dem 1. September sind persönliche Termine wieder möglich, allerdings nur nach telefonischer Absprache.

Telefon statt Termin: Warum bietet das Finanzamt aktuell keine Spontan-Termine an?

Bereits am 16. März wurden alle Finanzservicestellen in Hessen geschlossen — darunter auch das Wiesbadener Finanzamt. Der Grund dafür: Corona. Ohne persönlichen Termine sollte das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten werden. Doch nun, viele Monate später, erlaubt das Finanzamt Wiesbaden noch immer keinen regulären Publikumsverkehr. Das bemerkte auch Merkurist-Leser Wolt in seinem Snip.

Termine nicht unbedingt erforderlich

Seit dem 1. September sind persönliche Termine wieder möglich, allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung. Das hat ähnliche Gründe wie zu Lockdown-Zeiten im März: den Infektionsschutz erhöhen und lange Wartezeiten zu Stoßzeiten verringern. Außerdem könne man den Mitarbeitern so das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen. „Erfahrungsgemäß sind für einen qualitativ hochwertigen Bürgerservice Termine vor Ort in den Finanzämtern nicht immer zwingend erforderlich“, so Lucas Cornelius, Sprecher der zuständigen Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main gegenüber Merkurist.

„Viele Bürgeranfragen können bereits beim telefonischen Erstkontakt geklärt werden.“ - Lucas Cornelius, Oberfinanzdirektion

Um den aufkommenden Anliegen der Bürger trotz eingeschränktem Publikumsverkehr gerecht zu werden, haben die Finanzämter ihre Telefonsprechstunden erweitert. Für jegliche Anliegen rund um Finanzen kann das Finanzamt montags bis freitags durchgängig von 8 Uhr bis 18 Uhr erreicht werden. Ziel sei es, dass Besuche im Finanzamt künftig nur noch in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei besonderer Dringlichkeit, nötig seien. „Die erweiterten telefonischen Servicezeiten werden sehr gut angenommen. Viele Bürgeranfragen können bereits beim telefonischen Erstkontakt geklärt werden“, so Cornelius. Außerdem soll das digitale Finanzamt weiter ausgebaut werden.

Naspa erlaubt persönlichen Kundenkontakt

Auch andere Behörden und Ämter der Stadt, wie beispielsweise das Bürgerbüro, das Standesamt oder die Zulassungsbehörde, erfordern eine zwingende Terminvergabe. Anders hingegen macht es die Nassauische Sparkasse (Naspa). Bereits seit dem 27. April sind die meisten Filialen in Wiesbaden und Umgebung wieder für die Kunden geöffnet — unter Berücksichtigung der gängigen Abstands- und Hygieneregeln. „Kunden und Beschäftigte halten sich sehr diszipliniert an die Vorgaben. Die Kundenfrequenz in den Filialen liegt mittlerweile wieder im normalen Bereich“, so eine Sprecherin der Naspa. (ts)

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