Handballer nehmen Abschied von Busunglück-Opfer Horst Bundschuh

Spielerbetreuer Horst Bundschuh kam bei dem schweren Verkehrsunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof ums Leben. Am Sonntag nahmen seine Schützlinge vor dem Spiel Abschied von ihrem Freund und Weggefährten.

Handballer nehmen Abschied von Busunglück-Opfer Horst Bundschuh

Wo sonst geklatscht, gebrüllt und angefeuert wird, herrschte am Sonntag plötzlich gespenstische Stille. Beim Heimspiel der U19 der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim gegen Langen nahmen die Spieler Abschied von Betreuer Horst Bundschuh, der bei dem tragischen Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof am vergangenen Donnerstag (wir berichteten) ums Leben kam.

Vor dem Anpfiff positionierte sich die Mannschaft vor den Zuschauern, entrollte ein Transparent auf dem zu lesen war „Danke Horst. Kleiner Mann, großes Herz“. Von den Rängen ernteten die Spieler, die mit einem Trauerflor aufs Feld gingen, dafür minutenlangen Applaus.

„Er war für die Jungs Ansprechpartner, väterlicher Freund und ein Teil der Mannschaft.“ - Sportvorstand HSG

Der Sportvorstand der HSG erklärte daraufhin: „Es fällt schwer, Worte zu finden. Der tragische Tod trifft nicht nur uns, sondern auch die Spieler. Es steht auch auf dem Plakat: Er war ein kleiner Mann mit einem großen Herz für den Handballsport. Genau so war es. Horst war seit zwei Jahren bei uns aktiv und vom ersten Tag an hat er alle mit seinem Engagement mitgerissen. Er war für die Jungs Ansprechpartner, väterlicher Freund und ein Teil der Mannschaft und das ist er auch heute noch.“ Im Anschluss folgte eine Schweigeminute für den Betreuer.

Abschiedsbrief einer Spielermutter

„Horst wollte nicht im Bett, sondern mit Sneakern an den Füßen sterben.“ - Spielermutter

Auf der Homepage des Handballklubs ist außerdem der Brief einer Spielermutter abgedruckt. Sie beschreibt Horst Bundschuh wie ein Familienmitglied, er sei für ihren Sohn eine Art „Ersatz-Großvater“ gewesen. „Horst wollte sicherlich nicht im Bett sterben, sondern mit seinen Sneakern an den Füßen“, schreibt die. „Aber dass es jetzt schon sein musste und unter welchen tragischen Umständen, hat uns alle in Schockstarre versetzt.“

Er sei zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Weg zum Training nach Wallau gewesen, „zäh und fit wie immer“. „Wir vermissen dich und werden dich vermissen, aber ich bin froh, dass ich dich kennengelernt habe“, schließt der bewegende Abschiedsbrief.

„Mannschaft wollte unbedingt den Sieg für ihren Horst.“ - HSG Breckenheim Wallau / Massenheim

Sieg für Horst

Nach dem Spiel der U19-Handballer stand ein 36 zu 34 Sieg. Zwar sei es allen schwergefallen, sich auf das Spiel zu konzentrieren. Auch sei das knappe Ergebnis unter den gegebenen Umständen nebensächlich. „Die Mannschaft wollte unbedingt den Sieg für ihren Horst und hat dafür alles gegeben“, so der Verein nach dem Spiel. (ms)

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