„Theaterleitung missachtet unsere Anweisungen“ - Ministerium widerspricht Staatstheater

Nachdem das Hessische Staatstheater Wiesbaden am Freitag erklärte, das Ministerium für Wissenschaft und Kunst habe den Spielbetrieb untersagt, meldet sich nun Ministerin Angela Dorn zu Wort: Die Darstellung des Theaters sei falsch.

„Theaterleitung missachtet unsere Anweisungen“ - Ministerium widerspricht Staatstheater

„Das Hessische Staatstheater Wiesbaden muss kurzfristig den Spielbetrieb einstellen, weil das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Durchführung der Vorstellungen nach Maßgabe des durch das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden genehmigten Hygienekonzepts für das Hessische Staatstheater Wiesbaden untersagt hat“, erklärte am Freitag das Hessische Staatstheater in Wiesbaden (wir berichteten).

Noch am selben Abend meldete sich das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu Wort und widersprach dieser Darstellung entschlossen. „Die Behauptung der Leitung des Staatstheaters ist falsch“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne).

Ferner habe das Gesundheitsamt dem Theater auch keine Sitzordnung genehmigt, die einen geringeren Mindestabstand als 1,50 Meter nach allen Seiten zulässt. Das habe das Gesundheitsamt der Theaterleitung am Freitag unmissverständlich klargemacht, so Dorn. „Es ist die ureigene Aufgabe der Leitung eines Staatstheaters, den Spielbetrieb unter Einhaltung aller geltenden Gesetze und Verordnungen zu gewährleisten“, erklärte die Ministerin.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst habe das Staatstheater nach Veröffentlichung einer Mitteilung mit dem Titel „Erweiterung des Sicherheits- und Hygienekonzepts“ auf den Widerspruch zur geltenden Rechtslage hingewiesen und versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden, die keine Unterbrechung des Spielbetriebs zur Folge hat. „Die Theaterleitung hat diese Unterstützung nicht angenommen“, sagte Dorn.

„Die Theaterleitung missachtet mit ihrer Entscheidung ausdrückliche Anweisungen des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, das den Vorgang und seine Konsequenzen zeitnah prüfen wird“, so die Ministerin. Man bedauere die Entscheidung, vor allem, da sie einseitig auch zu Lasten der Mitarbeiter des Staatstheaters getroffen wurde. (df)

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