Deshalb stecken immer noch Nägel im Portal der Marktkirche

Seit etwa einem Jahr stecken dutzende Nägel Tür der Marktkirche. Eigentlich sollten sie längst entfernt sein. Pfarrer Martin Fromme erklärt, warum das nicht passiert ist.

Deshalb stecken immer noch Nägel im Portal der Marktkirche

Das Hauptportal der Marktkirche ist übersät mit kleinen silbernen Nägeln. Etliche stehen gerade heraus, andere sind seitlich abgeknickt und hinterlassen deutliche Macken im Holz. Daneben finden sich außerdem noch einige rostige Heftzwecken. Was ist hier passiert?

Merkurist-Leser Matthias hat eine Idee:

Was als Scherz gemeint ist, trifft sprichwörtlich den Nagel auf den Kopf: Im vergangenen Juli feierte die evangelische Kirche das Reformationsjubiläum. Die evangelischen Kirchengemeinden Wiesbadens nagelten Zettel mit verschiedenen politischen und religiösen Thesen an das Hauptportal der Marktkirche - Ein Andenken an die Legende, nach welcher der Reformator Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug.

Nägel verschwinden diese Woche

„Dass die Nägel da noch drinstecken, war mir gar nicht aufgefallen.“ - Martin Fromme, Pfarrer

„Dass die Nägel da noch drinstecken, war mir gar nicht aufgefallen“, sagt Martin Fromme, Pfarrer der Marktkirchengemeinde. Weil das Portal im Alltagsbetrieb nicht genutzt wird, sei ihm das bisher entgangen. „Die Nägel werden aber noch diese Woche von unserem Küster entfernt. Und nach der Restaurierung wird man von den Nagelspuren nichts mehr sehen.“

Restaurierung längst beschlossen

Die deutlich in die Jahre gekommene Kirchentür aus der Nachkriegszeit sollte schon im vergangenen Jahr restauriert werden. Deshalb habe man überhaupt erlaubt, die Nägel in die Tür zu schlagen, so Fromme.

Dass die Tür dringend erneuert werden müsse, habe schon alleine praktische Gründe, sagt Fromme: „Sie sieht ja nicht nur schäbig aus, sie funktioniert auch schlecht. Der mittlere Türflügel schließt nicht mehr richtig.“ Dieser werde zwar nur zu besonderen Anlässen wie beispielsweise bei Konfirmationen benutzt, dann müsse er aber erst recht funktionieren.

Erneuerung noch dieses Jahr

„Da war wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens. Wir haben die Sache aber auch nicht unbedingt mit höchster Priorität behandelt.“ - Martin Fromme

Die Erneuerung der Tür werde noch dieses Jahr beginnen, verspricht Fromme. Früher habe man es nicht geschafft: „Da war wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens. Wir haben die Sache aber auch nicht unbedingt mit höchster Priorität behandelt.“ Die Renovierung der Innenbeleuchtung habe Vorrang gehabt und auch die Tonanlage habe ausgetauscht werden müssen.

Es sei außerdem nicht einfach, überhaupt eine Firma zu finden, die eine Restauration an einer so alten Tür durchführen könne. „Bisher haben wir nur eine Firma in der Region gefunden, die so etwas kann“, sagt Fromme. Für die Ausschreibung brauche man aber noch mindestens eine zweite Firma, nach der man derzeit noch Ausschau halte.

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