Wie es dem ausgesetzten Hundewelpen geht

In einem Körbchen ausgesetzt am Straßenrand. So fand ein Busfahrer am Freitagmorgen einen Hundewelpen. Der Tierschutzverein vermutet jetzt illegalen Tierhandel aus dem Ausland.

Wie es dem ausgesetzten Hundewelpen geht

Am Freitag hat ein Busfahrer frühmorgens einen kleinen Hundewelpen an einer Bushaltestelle gefunden (wir berichteten). Das Tier war kaum noch bei Kräften und sehr schwach. Niemand wusste, wie lange der kleine Hund bereits ohne Futter und Wasser in dem Körbchen war. Der Hund atmete kaum noch und wirkte sehr dehydriert.

Nachdem der Hund von Mitarbeitern des Ordnungsamts abgeholt wurde, wurde er stationär in der Hofheimer Tierklinik aufgenommen, berichtet Henriette Hackl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Wiesbadens. Warum der Hund ausgesetzt wurde, und wer dafür verantwortlich ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Hackl hat aber eine Vermutung: „Es ist möglich, dass die ehemaligen Besitzer den Welpen billig aus dem Ausland besorgt haben.“

Das Geschäft mit den Hundewelpen

„Das Geschäft mit den Welpen ist einträglich und blüht.“ - Henriette Hackl, Tierschutzverein

Denn das Tier trägt einen ausländischen Chip und ist vermutlich ein Zwergspitz. Die Rasse sei derzeit eigentlich sehr begehrt, ein Tier kostet bei seriösen Züchtern rund 2000 Euro. „Der Hund wurde aber nicht registriert“, sagt Hackl. „Das Geschäft mit den Welpen ist einträglich und blüht, zumal Strafen bei illegaler Einfuhr kaum zu befürchten sind.“ Die Chance, erwischt zu werden, sei relativ gering und die Strafen nicht abschreckend, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Der Tierschutzverein wird das Aussetzen des Welpen zur Anzeige bringen und hofft, dass dadurch eventuell Hinweise aus der Bevölkerung abgegeben werden. „Vielleicht kennt jemand eine Person, die bis vor Kurzem noch einen solchen Welpen besaß“, so Hackl. Für den Zwergspitz-Welpen sei bereits eine Pflegestelle gefunden worden, die das Tier aufnimmt.

Wer Hinweise zu dem ausgesetzten Hund beziehungsweise dessen Besitzer geben kann, kann sich anonym beim Wiesbadener Tierheim melden. Das geht entweder per E-Mail (th-leitung@tierschutzverein-wiesbaden.de) oder telefonisch unter der Rufnummer (0611) 74516. „Hauptsache“, so Hackl, „wir finden die Person, die den Welpen ausgesetzt hat.“ (js)

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