Baubeginn: Auf der Wilhelmstraße entsteht ein Kunstmuseum

Jahrelang war das Grundstück an der Wilhelmstraße 1 unbebaut. Jetzt entsteht dort ein Museum für abstrakte Kunst mit großem Gastronomiebereich.

Baubeginn: Auf der Wilhelmstraße entsteht ein Kunstmuseum

Auf einen Termin freute sich Oberbürgerbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) in dieser Woche besonders: In seinem Wochenvideo bei Facebook kündigte das Stadtoberhaupt an, dass in der Wilhelmstraße 1 Baubeginn für das neue Museum ist.

Neubau in Toplage

Über mehrere Jahre lag das Grundstück in der Innenstadt brach. Zuvor stand dort ein Parkhaus, das aufgrund seines Desings von vielen Wiesbadenern als „Giraffenkäfig“ bezeichnet wurde. 2017 wurde es abgerissen (wir berichteten), und kurze Zeit später starteten die Überlegungen, wofür das Gelände, auf dem um die Jahrhundertwende noch ein Hotel stand, künftig genutzt werden könnte.

Vier Monate lang sammelte die Stadt Vorschläge und Ideen, auch die Bürger wurden miteinbezogen. Unter anderem waren ein Hotel mit Wellnessbereich, ein Mehrgenerationenhaus und ein Kinder- und Familienzentrum im Gespräch. Wichtig war den meisten Wiesbadenern, dass das Grundstück mit einem Gebäude bebaut wird, von dem alle Bürger profitieren.

Abstrakte Kunst als Dauerausstellung

Den Zuschlag gab es am Ende für die Idee, ein Museum einzurichten. Dass ein Kunstliebhaber dafür seine Sammlung von rund 600 Bildern und Skulpturen stiften wollte, kam genau im passenden Moment. So soll es im Reinhard Ernst Museum, das nach seinem Mäzen benannt wird, bald abstrakte Werke aus der Nachkriegszeit zu sehen geben. Die feste Ausstellung umfasst dann unter anderem Exponate von den deutschen Künstlern Franz Ackermann und Willi Baumeister, von den US-Amerikanern Jackson Pollock und Morris Louis und japanische Werke von Atsuko Tanalia und Inove Yuichi. Weitere Räume im Neubau sollen Platz für Sonderausstellungen und Abendkonzerte bieten.

Gastronomie an der Wilhelmstraße

Neben der Kunstsammlung soll der Neubau auch ein Lokal beherbergen. Ein externer Gastronom kann sich nach Fertigstellung des Gebäudes über eine Küche, einen Gastraum und einem Außenbereich direkt an der Rue freuen. Dabei sollen die Wiesbadener das Lokal auch unabhängig von einem Museumsbesuch oder nach der Schließung am Abend ansteuern können. Auf dem Außengelände sind zudem 18 Parkplätze geplant.

Nachdem Architekt Fumihiko Maki seinen Entwurf für den Neubau fertiggestellt hatte, war es vor allem ein Anliegen von Baudezernenten Hans-Martin Kessler (CDU), die Bauarbeiten möglichst schnell starten zu lassen. Seit dem Beschluss im Rathaus sind tatsächlich nur knapp zwei Monate vergangen. Dabei ist es für den Stararchitekten aus Japan nicht das erste Museum: Unter anderem stammten die Entwürfe für das „4 World Trade Center“ auf Ground Zero in New York und das „Spiral Building“ in Tokio aus seiner Feder.

Die Stadt schätzt, dass das Museum nach der Fertigstellung rund 20.000 Besucher im Jahr zählen wird. Wie lange der Bau dauern wird, und wann die Ausstellung und der Gastronomiebetrieb eröffnen werden, steht noch nicht fest. Aktuelle Fotos des Baufortschritts gibt es in regelmäßigen Abständen online zu sehen. (ts)

Logo