Wiesbadens erste Moschee mit Minarett ist eröffnet

Mit einem Festakt im Kurhaus ist am Montagabend die Mubarak Moschee in Wiesbaden-Dotzheim eröffnet worden. Sie ist das erste muslimische Gotteshaus der Landeshauptstadt mit einem Minarett.

Wiesbadens erste Moschee mit Minarett ist eröffnet

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde hat am Montagabend die Mubarak Moschee in Wiesbaden-Dotzheim offiziell eröffnet. Dazu fand ein Festakt im Kurhaus statt, zu dem auch das Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya, seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad den Weg nach Wiesbaden fand.

Bereits im Jahr 2000 begann die Suche der Gemeinde nach einem passenden Grundstück für ein Gebetshaus. Erst 2013 bekam man aber die Möglichkeit, das 2000 Quadratmeter große Areal in Dotzheim zu erwerben. 2014 wurde dort der Grundstein gelegt, aufgrund von mehreren Genehmigungsverfahren kamen die Bauarbeiten selbst aber erst im Dezember 2017 ins Rollen.

Ein Ort der Begegnung

Entstanden ist nun „ein Ort der Begegnung und ein Ort für den interreligiösen Dialog“, wie Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sagt. Auch er war bereits vor Ort und konnte sich ein Bild von dem Gotteshaus machen. Im Vergleich zu den zuvor provisorisch genutzten Gebetsräumen in der Mainzer Straße sei die Mubarak Moschee nun etwas, auf das die Gemeinde stolz sein könne. „Es ist eine unglaubliche Veränderung zum Besseren und ein ganz großer Tag für die Ahmadiyya Gemeinde“, so Mende.

„Bietet Gelegenheit, Schwelle und Ängste zu überwinden“, Oberbürgermeister Mende

Er sieht in der Moschee nicht nur einen Ort, an dem die Gemeindemitglieder zum Beten zusammen kommen, sondern vielmehr eine Begegnungsstätte, in der auch die Wiesbadener nichtmuslimischen Glaubens willkommen sind. „Das Gebäude bietet die Gelegenheit, Schwellen und Ängste zu überwinden“, und sei ein erster Schritt, in einen tiefergehenden Dialog zu kommen.

Ahmadiyya in Wiesbaden angekommen

Für Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Wiesbaden, schließt sich mit der Moschee-Eröffnung endlich ein Kreis. Es werde deutlich, wie tolerant die Stadt Wiesbaden ist und dass die Ahmadiyya-Gemeinde in Wiesbaden willkommen und angekommen sei. Da die Feierstunde in viele Länder weltweit live übertragen wurde, gab er auch einen kleinen Abriss über die Geschichte Wiesbadens und der Verbindung der Ahmadiyya zur Landeshauptstadt.

„Friedliches und harmonisches Miteinander.“ - Abdullah Uwe Wagishauser

„Wir haben schon einiges zurückgegeben“, so Wagishauser. Er denkt dabei an Aktionen wie das jährliche Müllsammeln, den Charity Walk, Baumpflanz- und Blutspendeaktionen. „Das wird alles ehrenamtlich organisiert und verläuft stets in einem friedlichen und harmonischen Miteinander.“

Erste Moschee mit Minarett

Die Mubarak (gesegnete) Moschee in Dotzheim ist das größte Gotteshaus der Ahmadiyya in Deutschland. Gleichzeitig ist es die erste Moschee in Wiesbaden mit einem Minarett. Der 13 Meter Hohe Turm ist aber nur ein Zierminarett, das nicht bestiegen werden kann. Die Moschee selbst hat eine Fläche von 700 Quadaratmetern und zwei Stockwerke. Unter der 6 Meter breiten Kuppel befinden sich neben drei Gebetsräumen auch eine Bibliothek, die Wohnung des Imams, mehrere Büros, eine Küche, zwei Waschräume und ein Multifunktionsraum, etwa für Pressekonferenzen.

Wer sich selbst ein Bild von dem neuen Bauwerk machen möchte, kann dies am Wochenende des 19. und 20. Oktober tun. Dann findet an beiden Tagen je von 11 Uhr bis 18 Uhr der Tag der offenen Tür in der Moschee statt. (js)

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