So läuft der Bau der neuen Moschee in Dotzheim

Seit Anfang 2018 baut die muslimische Ahmaddiya-Gemeinde ihre neue Moschee in der Dotzheimer Sommerstraße. Damit wird in Zukunft das größte Gotteshaus der Gemeinde in Wiesbaden stehen. Der Imam erzählt, wie es mit dem Bau voran geht.

So läuft der Bau der neuen Moschee in Dotzheim

2014 wurde der Grundstein gelegt, vier Jahre später begann der Bau und in diesem Jahr will sie das Oberhaupt der Religionsgemeinschaft endlich feierlich eröffnen: Die „Mubarak Moschee“ soll bald das neue Zuhause der Ahmaddiya-Gemeinde in Wiesbaden werden. Imam und Theologe der Gemeinde, Ferhad Ghaffar, erzählt im Merkurist-Gespräch, wie der Bau läuft, warum die Moschee so besonders für die Gemeinde ist und wann sie eröffnet wird.

Bundesweit größte Moschee

„Die Mubarak Moschee in Wiesbaden wird die bundesweit größte Moschee unserer Gemeinde sein“, erzählt Ferhad Ghaffar. Er wird später nicht nur die Gebete im großen Gebetsraum im Obergeschoss sprechen, sondern auch Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Islam sein. „Außerdem ist sie die einzige Moschee mit Minarett in der Stadt“, sagt der Imam. Einen Muezzin, der zum Gebet ruft, soll es aber nicht geben — auch aus Rücksicht auf die Nachbarn. Denn direkt neben der Moschee stehen vier Mehrfamilienhäuser.

„Wir haben alle Nachbarn in die Planung und auch in viele wichtige Entscheidungen eingebunden.“ - Ferhad Ghaffar, Imam und Theologe

Und die spielten schon während der Planung des Gebäudes eine sehr große Rolle, erzählt Ghaffar. „Wir haben alle Nachbarn in die Planung und auch in viele wichtige Entscheidungen eingebunden“, sagt er. Immerhin entsteht auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände nicht nur die Moschee mit Zierminarett und Kuppel, sondern auch ein Außenbereich mit 39 Parkplätzen und eine kleine Grünfläche.

Um die Sicht der Nachbarn nicht zu sehr zu versperren, entschied man sich beispielsweise, nicht zu hoch zu bauen und das Gebäude etwas von den Hauswänden wegzurücken. Die Einfahrt zum Parkplatz verschoben die Planer auf die andere Seite des Gebäudes, um Lärm zu vermeiden. „Jetzt sind alle glücklich damit, wie das Gebäude aussieht“, sagt der Imam.

Denn mittlerweile steht die Moschee. Im Erdgeschoss und im ersten Stock stehen schon die Wände von insgesamt drei Gebetsräumen, mehreren Büros, einer Küche, zwei Waschräumen und einem Multifunktionsraum, der Platz für Pressekonferenzen und interreligiöse Veranstaltungen bieten soll. Der Balkon im ersten Stock ist schon fast fertig. Von dort aus kann man auch den Parkplatz erkennen, neben dem auf einem Grünstreifen wahrscheinlich ein kleiner Spielplatz entstehen soll. Auch die Wohnung des Imams, der mit seiner Frau und seinem sechs Monate altem Sohn in die Moschee einziehen wird, nimmt bereits Gestalt an.

Was jetzt noch fehlt seien vor allem Lampen, die Innentüren, der Bodenbelag in vielen Zimmern und die Einrichtung. An der Außenwand wird später außerdem ein Schriftzug stehen, den der Imam selbst angefertigt hat. Er wird die Bedeutung des Namens „Mubarak-Moschee“ — was so viel heißt wie „Die gesegnete Moschee“ — wiedergeben. Die Kosten für Grundstück und Bau der Moschee von rund 2,4 Million Euro trägt die Ahmaddiya-Gemeinde übrigens selbst.

Eröffnungstermin steht fest

„Die Moschee ist kein ‘muslimisches Haus’ sondern ein Gotteshaus.“ - Ferhad Ghaffar

Am 3. Oktober feiert die Gemeinde traditionell den Tag der offenen Moschee. Ab dann soll auch die Mubarak Moschee für alle geöffnet sein. Am 14. Oktober wird sie der Kalif — das Oberhaupt der Gemeinde — feierlich eröffnen. Über 300 Menschen können dort dann beten — ob muslimischen Glaubens oder nicht. „Die Moschee ist kein ‘muslimisches Haus’ sondern ein Gotteshaus“, betont Ferhad Ghaffar. „Jeder kann zu uns kommen, um zu beten, oder um sich die Moschee einmal anzuschauen.“

Bis es soweit ist, können sich Wiesbadener, die mehr über den Islam, die Gemeinde und die Moschee erfahren möchten, aber auch anders informieren. Denn aktuell läuft eine Infokampagne in der Stadt, die Vorurteile abbauen soll. Dabei beantworten die Mitglieder der Gemeinde auch alle Fragen zur neuen Moschee. (js)

Um was es in der Infokampagne geht, erfahrt Ihr hier

Logo