Wie ESWE Verkehr weitere Busbrände verhindern will

Nicht zum ersten Mal fing vergangene Woche ein Linienbus in Wiesbaden Feuer. Verletzte gab es nicht, dennoch werden Busfahrer auf solche Situationen regelmäßig geschult.

Wie ESWE Verkehr weitere Busbrände verhindern will

Ein qualmender Bus hat am Freitag für Aufsehen in der Innenstadt gesorgt (wir berichteten). Erste Untersuchungen durch die ESWE Verkehr haben inzwischen bestätigt: Im Motorraum im hinteren Teil des Fahrzeuges ist ein Brand ausgebrochen — während der Fahrt.

Wie das Unternehmen auf Nachfrage von Merkurist mitteilt, saßen 15 Fahrgäste in dem Bus, als er zu qualmen anfing. Weder sie, noch der Fahrer wurden bei dem Unfall verletzt. Stattdessen hätten sie das Feuer sogar zunächst gar nicht bemerkt, denn das Fahrzeug sei so gebaut, dass kein Rauch oder gar Flammen in den Fahrgastraum gerieten.

Livebilder in der Zentrale

Stattdessen bemerkte die Zentrale, dass mit dem Bus etwas nicht stimmt, über die Videokameras, die an vielen Bushaltestellen in der Innenstadt angebracht sind. „Die Verkehrsüberwachungskameras sind bei solchen Fällen wie einem Busbrand eine sehr hilfreiche Einrichtung. Die Livebilder sind in Echtzeit in der Verkehrsleitzentrale von ESWE Verkehr zu sehen“, erklärt Christian Giesen, Sprecher von ESWE Verkehr.

„Kollegen aus der Zentrale riefen bei den Rettungskräften an, um Hilfe anzufordern.“ - Christian Giesen, ESWE Verkehr

Etwa im gleichen Moment, in dem die Bilder in der Zentrale zu sehen waren, habe auch der Fahrer den Brand bemerkt und gemeldet. Der Defekt wurde ihm als Störungsmeldung auf dem Armaturenbrett angezeigt. „Kollegen aus der Zentrale riefen bei den Rettungskräften an, um Hilfe anzufordern“, erzählt Giesen. So seien mehrere Rettungswagen, die Polizei und die Feuerwehr zur Unfallstelle in der Innenstadt bei der Haltestelle am Einkaufszentrum „Luisenforum“ gekommen. Sanitäter hatten dabei den Fahrer und einige Fahrgäste vorsorglich untersucht, die Straße war für Reinigungsarbeiten etwa 45 Minuten lang gesperrt.

Regelmäßige Kontrollen

Wie genau das Feuer ausbrechen konnte, müsse noch untersucht werden. Erste Ergebnisse erwartet ESWE Verkehr Ende der Woche. Auch könne dann erst entschieden werden, wie es um die Zukunft des Fahrzeuges steht. „Das Fahrzeug wurde im Februar 2012 erstmals zugelassen. Der Tachostand liegt bei rund 530.000 Kilometer“, erklärt Giesen. Über Werte wie diese habe das Unternehmen immer einen genauen Überblick, denn sie entscheiden, wann Wartungen oder Reparaturen notwendig sind.

„Meist ist der Maßstab die Kilometerleistung“, sagt Giesen. So werde zum Beispiel ein Motorölwechsel alle 60.000 Kilometer durchgeführt. „Den Wechsel des Getriebeöls und des Hinterachsenöls erledigen die Kollegen aus der Werkstatt alle 120.000 Kilometer“, erklärt er weiter. Der Fahrzeughersteller Mercedes Benz empfiehlt diese Maßnahme sogar erst nach 180.000 Kilometern. Zudem würden nach 100.000 Kilometern auch regelmäßig Ventile an den Busse ausgetauscht und neu eingestellt.

Spezielle Ausbildungen

„Es gilt immer das Vier-Augen-Prinzip.“ - Christian Giesen, ESWE Verkehr

Dabei werden nach Angaben der ESWE Verkehr alle Wartungen und Reparaturen von Fachpersonal des Unternehmens durchgeführt. „Dabei gilt immer das Vier-Augen-Prinzip beziehungsweise die Überprüfung von Wartungen und Reparaturen durch den nächsthöheren Vorgesetzten.“ Insgesamt seien dafür rund zehn Personen eingestellt, die auch an den Wochenenden arbeiten.

Dennoch: Der Vorfall am Freitag sei nicht der erste seiner Art gewesen, wie Giesen erzählt. „Im Laufe der langen und traditionsreichen Unternehmensgeschichte von ESWE Verkehr hat es leider auch in der Vergangenheit sehr vereinzelt Motorschäden und brennende Busse gegeben. Das Risiko dafür ist ein wenig höher an Tagen über 30 Grad Celsius Außentemperatur.“ Deshalb sei es wichtiger Teil der Ausbildung von Busfahrern, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. So gebe es noch in der Ausbildung ein spezielles Sicherheitstraining mit praktischen Übungen und Schulungen. „Dazu gehört zum Beispiel auch der sichere Umgang mit einem Feuerlöscher. In bestimmten Abständen im Rahmen sogenannter Modulschulungen wird das wiederholt“, versichert Giesen. (nl)

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