In der Sommerstraße entsteht ein muslimisches Gotteshaus

Am Ende der Dotzheimer Straße möchte die Wiesbadener Ahmadiyya-Gemeinde eine Moschee bauen lassen. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten in der Sommerstraße beginnen.

In der Sommerstraße entsteht ein muslimisches Gotteshaus

Im Juni 2014 wurde bereits die Grundsteinlegung zeremoniell begangen: In der Sommerstraße soll Wiesbadens erste Moschee mit Minarett - allerdings funktionslos, zur bloßen Zierde - entstehen. Die Ahmadiyya-Gemeinde, die dort zukünftig ihre Gottesdienste abhalten möchte, wartet momentan noch auf die Baugenehmigung.

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Nasim Kashif vom Wiesbadener Ableger der Gemeinde erläutert, das Grundstück habe seine Gemeinde nach langer Suche gekauft. Die Pläne des ausführenden Architekten seien zwar bereits abgeschlossen, allerdings müssten noch Feinheiten besprochen und abgeändert werden. "Es geht um Kleinigkeiten, technische Details. Zum Ende des Jahres rechnen wir damit, mit dem Bau beginnen zu können." Da es sich bei der Baugenehmigung um ein laufendes Verfahren handelt, gibt das städtische Baudezernat keine Auskunft über den aktuellen Status.

Das Erstarken der Rechten: Kein Grund zur Sorge?

Die Ahmadiyya-Gemeinde ist zuversichtlich, dass schon bald bis zu 350 Gläubige in der Sommerstraße Platz finden werden. "Wir hatten noch keinerlei Probleme mit Anwohnern und zur Grundsteinlegung kamen erstaunlich viele interessierte Menschen." Bislang empfindet Kashif das gesellschaftliche Klima in Wiesbaden als gut. Doch den allgemeinen Rechtsruck bemerkt er auch hier. "Wir machen uns aber keine Sorgen. In der Stadt gibt es schließlich auch vernünftige Menschen und Politiker. Am Ende ist Religion doch Privatsache. Und wollen wir nicht alle nur friedlich zusammenleben?“

Zwar befürchtet Kashif nicht, dass die aus den Kommunalwahlen so siegreich hervorgegangene AfD seiner Gemeinde einen Strich durch die Rechnung machen könnte, "aber leider ist die AfD dabei, das Zusammenleben zu vergiften. Mit einem negativen Bild des Islam lässt sich gut Politik machen. Wir sind traurig darüber, dass auch die Medien ein solches verbreiten, weil es sich halt gut verkauft."

"Wenn wir vom Tisch als beste Freunde aufstehen würden - das wäre schön!" Nasim Kashif, Ahmadiyya Wiesbaden

Seine Reaktion ist eine pragmatische: "In einer zivilisierten Welt redet man miteinander." Die Ahmadiyya würden sich freuen, so Kashif, auch AfD-Vertreter mal in einem ihrer Häuser begrüßen zu dürfen: "In der Partei hat bestimmt nie jemand den Koran gelesen. Wir sollten uns zusammensetzten, um Aufklärung betreiben zu können. Wenn wir am Ende vom Tisch als beste Freunde aufstehen würden – das wäre schön!"

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