Verbrechen, die Wiesbaden bewegt haben

Es gibt Verbrechen, die die Bevölkerung auch Jahre nach der Tat nicht loslassen. Zwei der folgenden Kapitalverbrechen konnten Jahre später aufgeklärt werden. Im Fall eines 1999 verschwundenen Mädchens suchen die Ermittler noch heute die Täter.

Verbrechen, die Wiesbaden bewegt haben

Ein brutaler Raubmord, ein unerbittlicher Serienmörder und ein bis heute ungeklärtes Tötungsdelikt an einem Schulmädchen: Wir stellen euch einige Kriminalfälle vor, die Wiesbaden erschüttert haben.

Ungeklärtes Tötungsdelikt

Bis heute ermittelt die Kriminalpolizei im Fall Melanie Frank. Die damals 13-Jährige wurde am 16. Juni 1999 gegen 20:30 Uhr von ihrer Mutter zum Zigarettenholen geschickt und kehrte nie mehr nach Hause zurück. Nach Aussage der Mutter holte Melanie üblicherweise Zigaretten aus einem Automaten, der sich nur wenige Gehminuten von der Wohnung entfernt in der Hermann-Brill-Straße befindet.

Ob Melanie tatsächlich den Automaten aufgesucht hat, konnte nicht mit Sicherheit nachvollzogen werden. Zeugen wollen das Mädchen noch einmal in der Nähe ihre Zuhauses in der Graf-von Galen-Straße gesehen haben. Danach verliert sich jede Spur. Nach Beobachtungen von Zeugen aus dem Bereich Wiesbaden-Klarenthal könnte ein dunkler BMW mit lauten Fahrgeräuschen mit dem Verschwinden des Mädchens im Zusammenhang stehen. Die Ermittlungen hierzu verliefen jedoch erfolglos.

Am 20. August 2008 fanden Waldarbeiter des Forstamtes Simmern dann einen vollständig skelettierten menschlichen Schädel in einem Waldgelände an der Landstraße 214 bei Kisselbach (Rhein-Hunsrück-Kreis). Bei einer späteren Absuche konnte noch ein Oberschenkelknochen aufgefunden werden. Es erfolgten aufwendige und zeitintensive rechtsmedizinische Untersuchungen an beiden Skelettteilen. Letztlich konnte nachgewiesen werden, dass die DNA an den Knochen mit der DNA von Melanie Frank übereinstimmten. Bis heute ist der Tod von Melanie Frank ungeklärt.

Raubmord im Nerotal

Das Schicksal der pensionierten Lehrerin Traude P. erschütterte 1986 ganz Wiesbaden. Die 67-Jährige wurde Opfer eines brutalen Raubmords. Aufgrund der vielen Spaziergänge, die sie mit ihrem Hund unternahm, war Traude P. in der Gegend sehr bekannt. Auch am 27. November 1986, einem Donnerstag, war die 67-Jährige wieder unterwegs und wurde dabei von mehreren Anwohnern gesehen. An diesem Tag bemerkten Zeugen, wie ein Unbekannter in den Abendstunden verschiedene Hauseingänge beobachtete. Gegen 22 Uhr beobachtete dann eine weitere Zeugin einen Mann in der Nähe von Traude P.s Bungalow.

Als eine Nachbarin am nächsten Tag bemerkte, dass bei Traude P. gegen Mittag immer noch die Vorhänge zugezogen waren, öffnete diese mit einem Schlüssel die Tür zu P.s Haus. Dort fand sie schließlich die tote Traude P. Der Täter hatte sie augenscheinlich brutal niedergeschlagen, gefesselt und geknebelt. Mehr als 20 Jahre tappten die Ermittler im Dunkeln. Aufmerksam wurde man auf den Täter Jörg W. erst wegen eines Handabdrucks an Traude P.s Bett. Dieser war mit einem Handabdruck identisch, der bei einem Betrugsdelikts gemacht wurde – der von Jörg W. So gelang es den Ermittlern 22 Jahre nach der Tat im Jahr 2005 doch noch, den Mörder von Traude P. zu überführen.

Wie die Ermittler später klären konnten, klingelte der Mörder bei der alleinstehenden Frau und begann, als diese die Tür öffnete, sofort damit, sie zu schlagen und zu treten. Doch Traude P. starb nicht aufgrund dieser stumpfen Gewalteinwirkung. Letztlich erstickte die 67-Jährige, weil sie mit einer Strumpfhose stark geknebelt wurde und keine Luft mehr bekam. Traude P.s Mörder wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Serienmörder tötet 13-jährigen Jungen

Der Wiesbadener Schüler Marco W. verschwand 1989 spurlos. Das letzte Mal lebend gesehen wurde er in einem Mainzer Schwimmbad am 22. Juli gegen Nachmittag. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde dann die Leiche des Jungen in der Nähe von Paderborn auf einem Autobahnrastplatz entdeckt, 300 Kilometer entfernt von Mainz. Wie sich herausstellte, war der Schüler zu diesem Zeitpunkt bereits 24 Stunden tot. Marcos Mörder konnte schließlich erst in Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall in den Niederlanden überführt werden. Im Zuge dieser Ermittlungen gestand der belgische Lkw-Fahrer Michel S. (47), der schon einmal wegen „Unzucht mit Kindern“ behandelt wurde, die Tat.

Im November 1992 wurde Michel S. schließlich wegen dreifachen Kindermordes zu 20 Jahren Haft verurteilt. Michel S. starb schließlich am 25. September 2001 in Haft unter mysteriösen Umständen. Im Gefängnis Scheveningen hatte er sich schwere Verbrennungen zugezogen. Letztlich wurde der Tod von Michel S. als tragischer Unfall eingestuft. Es gab aber auch Gerüchte, wonach es sich um einen geplanten Anschlag gehandelt haben soll, andere sprachen von Selbstmord. Die Behörden dementierten jedoch die Gerüchte.

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