Wiesbaden hat seinen eigenen Brennstoffzellenbus

Der Wiesbadener ÖPNV soll weg vom Dieselantrieb und hin zu umweltfreundlicheren Energieträgern. Die ESWE Verkehr stellte nun ihren ersten eigenen Brennstoffzellenbus vor.

Wiesbaden hat seinen eigenen Brennstoffzellenbus

Zehn Brennstoffzellenbusse hatte die ESWE Verkehr im Juni vergangenen Jahres ausgeschrieben. Nun konnte der Mobilitätsdienstleister der Stadt Wiesbaden das erste Fahrzeug in Betrieb nehmen.

Der Brennstoffzellenbus ergänze die batterieelektrischen Busse. Somit sollen allmählich die Dieselfahrzeuge ersetzt werden, heißt es von Seiten der Stadt. Die neuen Busse fahren emissionsfrei, für die Brennstoffzellentechnik werde „grüner Wasserstoff“ verwendet. Dieser wird mit Ökostrom produziert und soll damit kaum CO2-Emmissionen verbrauchen (wir berichteten). Ziel der ESWE sei es, „lokal einen emissionsfreien Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)“ zu erreichen und die Luft- und Lebensqualität in Wiesbaden zu verbessern.

Die Busse werden zum Großteil aus Fördergeldern bezahlt, darunter zählt etwa das EU-Projekt „JIVE” (1,95 Millionen Euro) sowie das EU-Programm „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking”. Weitere rund 1,7 Millionen Euro kommen aus dem Nationalen Innovationsprogramm (NIP) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das Land Hessen habe die zugehörige Wasserstofftankstelle auf dem Firmengelände gefördert, teilte der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) mit.

Wasserstoff, wo andere Lösungen nicht möglich sind

„Wasserstoff kommt nicht natürlich vor, er muss aufwendig erzeugt werden“, so Al-Wazir bei der Vorstellung des Busses. „Er ist deshalb nicht von sich aus klima- und umweltfreundlich, sondern erst dann, wenn er aus regenerativen Energien gewonnen und dort eingesetzt wird, wo andere Lösungen nicht möglich sind.“ Parallel dazu müsse daher der Ausbau der Windenergie und anderer erneuerbarer Quellen vorangetrieben werden.

Bis Dezember sollen neun weitere Brennstoffzellenbusse von einem Hersteller aus Portugal hinzukommen, so die Stadt. Da sie eine Reichweite von 350 bis 400 Kilometern haben, würden die Busse vor allem auf längeren Strecken eingesetzt. Ob sich nun langfristig die Wasserstoff- oder die Batteriebusse in Wiesbaden „durchsetzen werden – oder beide nebeneinander“, sei offen, teilte der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol mit. „Deshalb setzen wir bei ESWE Verkehr beide Technologien ergebnisoffen ein.“

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