Die E-Scooter sind da: So lief die erste Fahrt in Wiesbaden

Am Mittwoch hat Sharing-Anbieter „Tier“ Wiesbaden mit Elektrorollern ausgerüstet. Grund genug, eine Testfahrt mit den Fahrzeugen anzutreten. Was wir dabei erlebt haben.

Die E-Scooter sind da: So lief die erste Fahrt in Wiesbaden

Mit dem Anbieter „Tier“ ist am Mittwochmittag in Wiesbaden das erste E-Scooter Verleihsystem gestartet. Ohne große Ankündigungen und Reden wurden nach und nach an immer mehr Standorten die türkisen Flitzer platziert. Verfolgen konnte man das über die dazugehörige App. Für unsere Redakteure Nils Lünser und Thomas Schmidt bedeutete das: Ab auf die Straße, die neuen Roller ausprobieren.

Mit der App kann man sich — nach einer kurzen Registrierung und dem Hinterlegen einer Zahlungsmethode (Paypal oder Kreditkarte)— durch Scannen des QR-Codes am Roller diesen auch ausleihen. Wir haben das am Wiesbadener Hauptbahnhof getan. Auch dort wurden zehn der Fahrzeuge abgestellt. Nach nur wenigen Sekunden und einigen Sicherheitshinweisen auf dem Smartphone, konnte die Fahrt auch schon losgehen.

Vorher üben

Bevor wir uns jedoch auf den vielbefahrenen Ersten Ring wagten, drehten wir ein paar Kreise vor dem Bahnhof. Am Anfang ganz schön verwirrend. Die Beschleunigung erfolgt jedoch nicht ruckartig, sondern schiebt schön langsam an, bis man irgendwann die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h erreicht hat. Lässt man den Beschleunigungsknopf los, verlangsamen die Roller aber ziemlich abrupt. Gewöhnungsbedürftig, wie auch das Lenken und in die Kurven lehnen.

Vom Hauptbahnhof ging es — nach etwas Fahrtraining — über die Bahnhofstraße immer geradeaus zum Dern’schen Gelände. Die Strecke ließ sich gut zurücklegen, viel Lenken war ja auch nicht erforderlich. Lediglich die vielen Lieferfahrzeuge, die den Radweg blockierten, trübten den Fahrspaß etwas. Die Bremsen packen übrigens unglaublich beherzt zu. Auch hier sollte man sich erst einmal herantasten.

Unwissenheit und neugierige Blicke

Am Dern’schen Gelände verfolgten zwei Verkehrspolizisten den Aufbau zur Weinwoche. „Ihr müsst einen Helm tragen auf den Dingern“, sagte einer von ihnen. Stimmt aber nicht, auch wenn ein Helm sicherlich nicht verkehrt ist. „Habt Ihr kein Kennzeichen dran?“, lautete die nächste Frage. Dieses ist über dem Hinterrad angebracht. Ob wir mit den Scootern in die Fußgängerzone dürfen, lautete unsere Frage. Wir bekamen einmal Achselzucken und ein klares „Nein“ zur Antwort. Einfacher ist es da, auf die Karte in der „Tier“-App zu schauen. Dort sind alle Zonen rot markiert, in denen das Benutzen verboten ist. Darüber hinaus gibt es auch graue Zonen, in denen die Roller langsamer werden, weil sie dort nicht gefahren werden sollen.

Auch der Rückweg verlief ähnlich. Abgesehen von den vielen Falschparkern ließ sich die Strecke schnell absolvieren. Unterwegs drehten sich Passanten immer wieder um, blickten neugierig auf die neuen Verkehrsmittel, die schon bald in Wiesbaden zum Alltag gehören werden. Bleibt zu hoffen, dass Fußgänger, Auto-, Rad- und Rollerfahrer jeweils Rücksicht aufeinander nehmen und sich nicht allzu oft in die Quere kommen werden.

Und was kostet der Spaß?

Für das Ausleihen eines Rollers wird pauschal ein Euro fällig. Jede Minute Fahrzeit schlägt dann mit 15 Cent zu Buche. In unserem Fall mussten wir 3,70 Euro bezahlen. Der Preis beinhaltete ein kurzes Einfahren, die Strecke zum Dern’schen Gelände, einen Plausch mit der Verkehrspolizei und den Rückweg. Das ist nicht gerade billig, kann aber — je nach Strecke — oft günstiger kommen, als ein Busticket. Und schneller ist man teilweise auch noch am Ziel. (nl)

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