Stadt schützt Maaraue vorsorglich vor irischen Travellern

Eine Sicherheitsfirma bewacht seit Samstag die Zufahrt zur Maaraue. Sie soll verhindern, dass sich irische Traveller rund um den Feiertag Mariä Himmelfahrt auf der Wiese niederlassen.

Stadt schützt Maaraue vorsorglich vor irischen Travellern

Mit Stromgeneratoren, Wäscheleinen, Zelten und mehr als 50 Wohnmobilen machten mehr als 150 irische Traveller im Sommer Halt in Kostheim. Auf der Durchreise während einer Wallfahrt zu Mariä Himmelfahrt nahmen sie die Maaraue in Beschlag — und hinterließen ihre Spuren. Denn so schnell, wie sie gekommen waren, so lange hat es gedauert, sie des Platzes wieder zu verweisen.

Hohe Schäden in der Vergangenheit

„Bis nach Bad Homburg haben die Kollegen damals die Traveller bei ihrer Abreise begleitet, um sicher zu gehen, dass sie das Rhein-Main-Gebiet auch wirklich verlassen“, erklärt Winnrich Tischel, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Wiesbaden. Auf der Maaraue seien noch wochenlang Schäden zurückgeblieben. Um die Stellen, auf denen zum Teil mit schwerem Gerät gecampt wurde, wieder herzustellen, habe die Stadt rund 12.000 Euro ausgegeben. Die Polizeieinsätze während des Aufenthaltes sind dabei noch nicht mit eingerechnet.

„So etwas soll uns nicht noch einmal passieren.“ - Winnrich Tischel, Straßenverkehrsamt Wiesbaden

„So etwas soll uns nicht noch einmal passieren“, sagt Tischel wenige Tage vor dem diesjährigen Feiertag. Am Freitag seien der Stadt Traveller gemeldet worden, die im Raum Speyer unterwegs waren — und zwar in Richtung Rhein-Main-Gebiet. Seit Samstag stehe deshalb eine Sicherheitsfirma an der Maaraue bereit. Ihr Auftrag: Die Zufahrt zur Wiese überwachen und eine Schranke schließen, wenn sich ein größerer Konvoi nähert. „Mit diesem Konzept haben wir in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht“, sagt Tischel.

Security rund um die Uhr

Die Kostheimer seien dankbar um die Maßnahme. „Die Maaraue ist schützenswert“, weiß Tischel. Im vergangenen Jahr haben sich viele Radfahrer und Spaziergänger bei der Security für ihren Einsatz bedankt. Immerhin soll bis nach dem Feiertag am 15. August 24 Stunden täglich ein Zweierteam der Sicherheitsfirma an der Schranke stehen. „Diese Präventivmaßnahme klingt nach viel Aufwand, ist aber am Ende für die Stadt günstiger, als einen Einsatz zur Räumung und die Aufräumarbeiten bezahlen zu müssen“, fasst Tischel zusammen.

„Wir gehen davon aus, dass die Traveller Späher geschickt haben.“ - Winnrich Tischel, Straßenverkehrsamt Wiesbaden

Im vergangenen Sommer sei die große Reisegruppe nicht nach Wiesbaden gekommen. „Wir gehen davon aus, dass die Traveller Späher geschickt haben, die sich im Vorfeld mögliche Stellplätze in der Region angeschaut haben. Wenn sie Security sehen, dann leiten sie die Gruppe um“, erklärt Tischel. Dennoch wisse die Stadt nicht, ob es sich wirklich nur um eine einzige geschlossene Gruppe handelt. Deshalb stehen die Verantwortlichen in engem Kontakt mit anderen Kommunen. „In Wiesbaden behalten wir neben der Maaraue auch zum Beispiel die Rheinwiese in Schierstein bei der Kleinaustraße im Auge.“ Neben der Maaraue bereisten die Traveller in den vergangenen Jahren auch mehrere Plätze in Mainz — etwa am Bruchwegstadion, einen Parkplatz in Rüsselsheim und die Ochsenwiese in Ginsheim-Gustavsburg. (nl/ts)

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