Warum in Wiesbaden überall bunte Steine auftauchen

Überall in Wiesbaden und der Umgebung tauchen neuerdings bunt bemalte Steine an Spazierwegen auf. Die meisten von ihnen werden von Kindern ausgelegt und sollen über die Langeweile in der Corona-Krise hinweg trösten.

Warum in Wiesbaden überall bunte Steine auftauchen

Sie sehen aus wie Marienkäfer, bunte Drachen oder tragen Kindernamen: Rund 200 bunt bemalte Kieselsteine und Muscheln bilden seit Ende vergangener Woche eine fast 20 Meter lange Kette im Biebricher Schlosspark. Die Initiatoren der bunten Kette stellen sich auf einem selbst geschriebenen Schild in der Nähe der Mosburg als Wilma und Mathilda vor und erklären, was die Aktion bezwecken soll.

„Helft uns, eine Steinschlange durch den Park zu legen.“ - Wilma und Mathilda

„Helft uns, eine Steinschlange durch den Park zu legen. Wir möchten sehen, wie lang sie wird“, steht auf dem Schild. Dazu die Aufforderung: „Malt Steine nach Herzenslust an und legt sie dazu.“ Diesem Aufruf folgen derzeit vor allem Kinder. Beim Spaziergang mit den Eltern bleiben sie an den Steinen stehen, schauen, welche am schönsten sind und wollen am Folgetag wiederkommen, und selbst Teil der Aktion werden.

Weitere Fundorte

Doch die bunten Kisel tauchen derzeit nicht nur in Biebrich auf. Auch in der Klosterstraße in Klarenthal gibt es eine Steinkette. Dort wurde sie von der DRK-Kita initiiert, die wegen der Coronamaßnahmen derzeit noch geschlossen ist.

„Eine sehr herzliche Geste.“ - Polizei Westhessen

Keine Kette, aber Grußbotschaften auf Steinen, sind auch an einigen Polizeipräsidien in Westhessen aufgetaucht. „Stonehenge mag ein steinernes Rätsel sein – es geht aber auch bunter, lokaler und kunstvoller – nur eben kleiner“, kommentieren die Beamten in einem Facebookpost. Sie erzählen, dass die Kiesel in unterschiedlichen Städten vor den Präsidien lagen, unter anderem in Eschborn. Die Steine mit Botschaften wie „Danke, Ihr Helfer“ kommen auf den Revieren gut an. „Unabhängig von der momentanen Lage ist das eine sehr herzliche Geste“, so die Polizisten.

Ein paar Regeln

Dennoch erinnert die Polizei auch daran, auf der Suche nach oder beim Auslegen von Steinen die Abstandsregelungen einzuhalten und immer nur zu zweit, oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt vor die Tür zu gehen. Einen ganz anderen Tipp für die bunte Steinejagd haben die Initiatoren von „TaunusSteine“ und „Schiersteine“ bereits vor einigen Monaten gegeben, als sie über Facebookgruppen damit begonnen haben, bunte Steine als Fundstücke für Spaziergänger zu verstecken.

Wer selbst einen Stein verstecken möchte, so lauteten die Regeln, sollte die Steine vor dem Aussetzen mit einem Klarlack überziehen, damit sich bei Regen keine Farbpartikel lösen. Bei der Wahl des Verstecks sollte aus hygienischen Gründen darauf geachtet werden, dass der Stein nicht von einem Hund „markiert“ werden kann. Zudem dürfen die Steine nur im öffentlichen Raum platziert werden, Privatgrundstücke, die der Finder zum Aufheben und Fotografieren betreten müsste, sind tabu.

Im Biebricher Schlosspark hätte die Aktion eigentlich eine Genehmigung gebraucht, erklärt ein Sprecher vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, der die Anlage verwaltet. Zwar sei das im aktuellen Fall nicht geschehen, die Steine dürfen aber dennoch vorerst liegen bleiben. „Solange die Steine an den Wegerändern liegen und von ihnen auch keine Stolpergefahr ausgeht, können sie vorerst dort verbleiben.“ Dabei darf die Kette jedoch nicht auf die Wiese ragen, „da bei Arbeiten mit den Rasenmähern die Steine zu ‘Wurfgeschossen’ werden können.“ (ts)

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